Die Kunst, nicht bemerkt zu werden

Beitrag veröffentlicht am: 15.09.2026 Kategorien: Alle News Praxis
Wenn Gestaltung mühelos erscheint, steckt dahinter meist ein enormer Planungsaufwand. © Scheschy

#PRAXIS | Ein Gebäude erzählt Geschichten. Seine wahre Qualität zeigt sich aber oft genau dort, wo niemand hinsieht. Mit der Generalsanierung des Stammhauses der Sparkasse Oberösterreich in Linz beweist die Neufeldner Tischlerei Scheschy eindrucksvoll, warum Perfektion nicht laut sein muss und weshalb sie ohne kompromisslose Handwerkskunst gar nicht möglich wäre.

Manche Gebäude beeindrucken auf den ersten Blick. Man tritt ein und der Blick schweift über bewusst inszenierte Details. Die Hand streicht über eine perfekt gearbeitete Oberfläche und bleibt für einen Moment stehen, weil einfach alles stimmig wirkt. Die Materialien, die Proportionen, das Licht, die Atmosphäre. Alles fühlt sich selbstverständlich an. Genau darin liegt die größte Herausforderung. Wenn Gestaltung mühelos erscheint, steckt dahinter meist eine enorme planerische und handwerkliche Leistung. Jede Fuge, jeder Materialübergang und jede Oberfläche wurden zuvor durchdacht, gefertigt und millimetergenau umgesetzt. Die eigentliche Arbeit verschwindet hinter dem fertigen Ergebnis. Kaum ein Projekt zeigt das eindrucksvoller als die umfassende Generalsanierung des historischen Stammhauses der Sparkasse Oberösterreich an der Linzer Promenade. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nicht einfach modernisiert. Es wurde neu interpretiert – als offener Ort für Kunden, Mitarbeiter und Öffentlichkeit, der historische Architektur mit zeitgemäßen Arbeitswelten und innovativen Begegnungsräumen verbindet.

Architektur mit Aha-Effekt

Besonders eindrucksvoll wird das im neu geschaffenen Monetarium. Die außergewöhnlich geformte Decke erzeugt den Eindruck einer fließenden Oberfläche und greift das Ausstellungsthema auf spektakuläre Weise auf. Architektur wird hier selbst zum Erlebnis und verleiht dem Raum eine unverwechselbare Identität. Eine der größten Leistungen des Projekts bleibt für Besucher nahezu unsichtbar. Rund 2.000 Quadratmeter Akustikelemente wurden in Wandverkleidungen und Möbelsysteme integriert. Sie sorgen dafür, dass Gespräche angenehm klingen, Besprechungen konzentriert geführt werden können und selbst stark frequentierte Bereiche eine ruhige Atmosphäre behalten. Eine Qualität, die man kaum wahrnimmt, solange sie funktioniert. Genau das macht hochwertige Innenraumgestaltung aus: Technik tritt in den Hintergrund und schafft Freiraum für das eigentliche Erlebnis.

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