Zwischen Hopfen, Stahl und Haltung

Beitrag veröffentlicht am: 21.05.2026 Kategorien: Alle News Praxis
v.l.n.r.: Horst Hatenberger, Prokurist und Betriebsleiter Kosta Leichtstahlbau, Mitglied des Projektteams der Brau Union Semjon Spitaler, Brau Union Marketing Alexander Wolfinger © SCH/M.Reichl

#PRAXIS | Wie aus 360 gebrauchten Bierfässern in der neuen Brau Union Zentrale im Linzer Quadrill Tower ein Raum mit Seele wurde, erfahren Sie bei uns. Manchmal reicht ein Schritt durch die Tür und man ist mittendrin in einer anderen Welt. So fühlt es sich an, wenn man die neue Zentrale der Brau Union betritt.

Stimmen, geschäftige Bewegung, moderne Architektur und plötzlich steht man in der repräsentativen und nicht öffentlichen Bar für Kundenmeetings und Mitarbeiter. Ein Blick nach oben. Ein schimmerndes Geflecht aus Formen, das sich wie eine lebendige Baumkrone über den Raum legt. Erst beim genaueren Hinsehen wird klar: Das sind Bierfässer. Echte. Gebrauchte. Zerlegt, neu gedacht und spektakulär inszeniert. Was hier entstanden ist, ist keine Bar im klassischen Sinn. Es ist ein Statement.

Ein Ort, der mehr kann

„Eine Brauerei ohne Bar im Head Office – das geht eigentlich nicht“, erzählt Semjon Spitaler, Mitglied des Projektteams der Brau Union, und bringt damit den Kern der Idee auf den Punkt. Schnell war klar: Wenn man eine Bar baut, dann richtig. Nicht als Nebenraum, sondern als Herzstück. Als Ort, an dem sich Mitarbeiter begegnen, austauschen, kurz innehalten. Ein Raum des Miteinanders, der neben ausgezeichneten Getränken auch ein „Wir-Gefühl“ zaubert und als Besprechungsraum das perfekte Ambiente schafft. „Es soll ein Platz sein, wo Gespräche entstehen, auch abseits vom klassischen Meetingraum“, heißt es aus der Bauherrenperspektive. Gleichzeitig sollte der Raum auch das widerspiegeln, wofür die Brau Union steht. Marken, Rohstoffe, Brauprozess: All das sollte sichtbar werden. Nicht plakativ, sondern subtil, durch Materialien, Farben und Atmosphäre. Grün, Blau, Gelb und Rot ziehen sich dabei als gestalterischer Code durch das Gebäude. „Das sind im Prinzip die Farben, die sich aus unseren Marken ergeben und gleichzeitig aus den Rohstoffen des Bierbrauens“, erklärt Alexander Wolfinger aus dem Brau Union Marketing. Was daraus entstanden ist, ist kein Konzept von der Stange, sondern ein Raum mit Haltung.

Die Decke, die alles verändert

Der eigentliche Wow-Moment wartet allerdings über den Köpfen. 360 Bierfässer wurden für dieses Projekt verarbeitet. Halbiert, beschichtet, neu zusammengesetzt. Jedes einzelne Teil ist echt und bringt seine eigene Geschichte mit. „Uns war wichtig, dass das keine Deko ist. Das sind gelebte Fässer. Hinter der scheinbar leichten Wellenform steckt eine komplexe Stahlkonstruktion, präzise berechnet und auf den Millimeter umgesetzt“, erzählt Horst Hatenberger, Prokurist und Betriebsleiter bei Kosta Leichtstahlbau. „Im Prinzip hängt da ein ganzes Skelett dahinter“, ergänzt er. Dieses Skelett hatte es in sich und forderte das gesamte Kosta Leichtstahlbau-Team auf ganzer Linie. Die Betondecke hatte einige Zentimeter Toleranz, die ausgenutzt wurden und somit eine unebene Fläche bildete, auf der alles montiert werden musste. Leitungen verliefen genau dort, wo man sie nicht brauchen konnte, und beim Bohren war höchste Vorsicht geboten. „Wir hatten teilweise nur zwei bis drei Zentimeter Spielraum – mehr ging nicht“, erinnert sich Prokurist Hatenberger. Das Ergebnis? Eine Decke, die als perfektes Aushängeschild der Brau Union fungiert und gleichzeitig einen spannenden Rückzugsort für die Mitarbeitenden bietet. 

Zusammen stark: Metallbau und Tischlerei

Dass dieses Projekt so funktioniert hat, liegt auch an der besonderen Konstellation der Beteiligten. Kosta Leichtstahlbau war verantwortlich für die gesamte Metallkonstruktion und ist eine hundertprozentige Tochter der Mühlviertler Tischlerei Scheschy. Zwei Gewerke, die hier nicht nebeneinander arbeiten, sondern miteinander denken. „Metallbau und Tischlerei gehen bei solchen Projekten Hand in Hand“, erklärt Horst Hatenberger. „Das ist keine entweder-oder Geschichte. Während die Tischlerei die gestalterische Handschrift vorgibt und den Innenausbau maßgeblich prägt, stellt der Metallbau sicher, dass diese Vision auch technisch präzise umgesetzt wird. Die Richtung sollte klar definiert sein – der Weg dorthin liegt in unserer Verantwortung“, ergänzt Hatenberger. Diese enge Verzahnung war ein entscheidender Faktor, vor allem weil die Zeit alles andere als großzügig bemessen war. Von der finalen Idee bis zur Umsetzung vergingen nur etwa acht Wochen. „Das war schon sportlich“, sind sich alle Beteiligten mit einem Lächeln einig. „Aber genau solche Herausforderungen machen uns aus“, ergänzt Prokurist Hatenberger.

Ein Raum, der sich verändert

Was diese Bar besonders macht, ist nicht nur ihre Optik, sondern ihre Wirkung. Die Wellenstruktur, die unterschiedlichen Höhen, das Spiel aus Licht und Material – all das verändert die Wahrnehmung. „Man fühlt sich fast wie unter einem Baum“, beschreibt es Alexander Wolfinger. Und tatsächlich: Es entsteht ein Gefühl von Schutz, von Raum, von Atmosphäre. Ein paar Schritte weiter und die Perspektive kippt. Der Raum öffnet sich, wirkt größer, lebendiger. Genau das war die Idee: „Wir wollten einen Eyecatcher schaffen, der gleichzeitig auch funktioniert.“ Ein Raumteiler, ein Treffpunkt, ein Erlebnis – hier wird Innovation im wahrsten Sinne des Wortes lebendig.

Mehr Informationen finden Sie hier!

( )