Rekord und Rekordtemperaturen im hello yellow Velodrom

Beitrag veröffentlicht am: 06.08.2026 Kategorien: Alle News Einblick
Das hello yellow Velodrom in Linz während der Österreichischen Bahn-Staatsmeisterschaften. Über 70 Athleten traten in allen Altersklassen an. © Wolfgang Simlinger

#EINBLICK | Die Österreichischen Bahn-Staatsmeisterschaften fanden 2026 zum zweiten Mal im hello yellow Velodrom in Linz statt. Über 70 Teilnehmer, neue Rekorde und Temperaturen über 40 Grad – diese österreichischen Meisterschaften in Linz schrieben Geschichte.

Die Bahn-Staatsmeisterschaften von Dienstag bis Mittwoch in Linz sorgten für einen neuen Rekord: Über 70 Athleten aus fast allen österreichischen Bundesländern traten im hello yellow Velodrom an. Die zweite Austragung nach 2025 bestätigte: Linz ist der Mittelpunkt des österreichischen Bahnradsports. Gleichzeitig stellten die Staatsmeisterschaften die Athleten vor extreme Herausforderungen. Temperaturen über 40 Grad in der Stadt, mehr als 55 Grad auf den Holzplanken der Freiluftradbahn forderten den Sportlern körperlich alles ab.

Trotzdem zeigten die Österreichischen Meisterschaften in Linz sportliche Qualität auf höchstem Niveau. Dazu kamen Nachwuchsrekorde. „Es ist uns gelungen, dass wir mit viel Aufwand viele Jugendliche an die Bahn nach Linz bringen konnten," freut sich Cycling Austria Sportdirektor Mag. Roland Pils über die erfolgreiche Austragung. Ein eigener Bahncup für die Altersklassen U13 bis U17 entstand – zusätzlich organisierte Trainingstage unterstützten die Nachwuchsathleten.

Pils betont die Bedeutung: „Wir hatten so viele Kinder wie noch nie dabei – das ist super erfreulich, weil das unsere Zukunft ist. Unser Olympiakader ist klein, aber fein. Aber wir müssen die Pyramide breit aufstellen, um auch in der Spitze weiter erfolgreich zu sein." Die Bahn-Staatsmeisterschaften zeigen zudem, dass Linz als Austragungsort unverzichtbar ist. „Wir sind extrem dankbar, dass wir hier auf dieser Bahn fahren dürfen, im Zentrum Österreichs. Sonst hätten wir nach Znaim oder Brünn ausweichen müssen. Wir sind dankbar, dass Herr Schachermayer seine Passion für den Radsport in Form dieses Velodroms – dem einzigen in Österreich – auslebt."

Elite-Männer: Schmidbauer dominiert

Das Omnium am ersten Tag der Bahn-Staatsmeisterschaften brachte Spannung. Maximilian Schmidbauer aus Wien verteidigte seinen Titel vom Vorjahr erfolgreich. Im Scratch holte sich Tim Wafler den Titel. Heimo Fugger aus Kärnten, U23-Europameister im Madison, gewann das Eliminationsrennen. Überraschend siegte Steirer Jonas Dornhofer im Punkterennen – und katapultierte sich damit auf Platz drei.

„Ich war auch selbst sehr überrascht, dass ich dreimal wegkam und dreimal eine Runde rausfahren konnte. Ich war noch nicht so oft auf der Bahn, aber es macht mir viel Spaß und hilft meiner Entwicklung enorm," erklärte der 19-Jährige. Zwischen Fugger und Schmidbauer entwickelte sich beim Omnium ein intensives Duell. Schmidbauer setzte sich durch.

„Es war ein richtig harter Tag. Ich habe gut angefangen, dann gleich das Temporennen gewonnen. Nach der Elimination wusste ich, dass es gegen Heimo um Gold geht und ich konnte das Duell entscheiden," schilderte der frischgebackene Omnium-Staatsmeister. Gleichzeitig litt auch Schmidbauer unter den extremen Bedingungen bei den Bahn-Staatsmeisterschaften. „Wir haben alle versucht, uns zwischen den Rennen so gut es ging runterzukühlen, pausenlos mit Wasser abgespritzt. Seit dem Winter mache ich regelmäßig Hitzetraining, dennoch war es extrem hart. Aber gelitten haben wir wirklich alle."

Madison: Europameister triumphieren

Am zweiten Tag der Bahn-Staatsmeisterschaften zeigten Maximilian Schmidbauer und U23-Europameister Raphael Kokas ihre Klasse. Das Madison-Rennen gewannen die beiden souverän. Kokas und sein Kärntner Teampartner Heimo Fugger feierten Wochen zuvor bei den U23-Europameisterschaften in Cottbus Gold – jetzt setzten sie ihre Erfolgsserie bei den Bahn-Staatsmeisterschaften fort.

„Wir sind zwar beide noch relativ jung, aber haben viel Routine. Gemeinsam mit Rafi habe ich zahlreiche internationale Toprennen bestritten," erklärt Schmidbauer die Stärke beim Madison der Bahn-Staatsmeisterschaften. „Außerdem kennen wir die Bahn in Linz von zahlreichen Vorbereitungen und Trainingslagern sehr gut. Den Vorteil, wo und wie du dort attackierst, haben wir gegenüber von den anderen Paarungen," ergänzt Kokas. 2023 wurden Schmidbauer und Kokas bei den U23-Europameisterschaften in Anadia Europameister – jetzt dominierten sie auch bei den Bahn-Staatsmeisterschaften in Linz.

Bahn-Staatsmeisterschaften Frauen: Gschwentner räumt ab

Bei den Frauen entwickelte sich bei den Bahn-Staatsmeisterschaften ein intensiver Dreikampf. Leila Gschwentner aus Tirol, ihre Landsfrau Tabea Huys und Steirer Sophie Walcher kämpften in allen Disziplinen der Bahn-Staatsmeisterschaften um die Siege. Das Trio lieferte sich Gefechte im Scratch, der Elimination, im Punkterennen und im Omnium.

Am Ende dominierte Gschwentner eindeutig die Bahn-Staatsmeisterschaften. Sie sicherte sich vier Goldmedaillen. Huys, die sich erstmals bei den Bahnmeisterschaften einfand, holte viermal Silber. Walcher wurde viermal Dritte – holte sich aber am Mittwoch im Madison zusammen mit der Kärntnerin Lea-Sophie Unterköfler Gold bei den Bahn-Staatsmeisterschaften.

Nachwuchs in den Fokus

Besonders bemerkenswert war die Nachwuchsbeteiligung bei den Bahn-Staatsmeisterschaften. Größere Gruppen kamen aus Kärnten, der Steiermark und Wien an. Viele dieser jungen Athleten stammten aus anderen Raddisziplinen – Straßenrennen oder Mountainbiken. Daher war das Radlager von Cycling Austria an diesen beiden Tagen bei den Bahn-Staatsmeisterschaften komplett leer geräumt.

„Wichtig war uns, dass auch Kinder aus anderen Disziplinen teilnehmen. Wir fahren hier eine polycyklide Strategie – auch Kinder aus dem Straßenrennbereich sollen mehrere Disziplinen ausprobieren, weil sie das einfach zu besseren Radfahrern macht," erklärt Pils die Strategie hinter den Bahn-Staatsmeisterschaften. Das Feedback der Athleten war durchwegs positiv: „Super schöne Veranstaltung. Es war megaheiß, aber es hat uns an nichts gefehlt," lautete die einhellige Rückmeldung nach den Bahn-Staatsmeisterschaften.

Pils fasst zusammen: „Wir hoffen, dass unsere Bemühungen um den Bahnradsport weiter Früchte tragen. Die Bahn ist eine sehr wichtige Disziplin für unseren polycykliden Ansatz in der Sportstrategie. Sie ist eine Olympiadisziplin, und im Hinblick auf Los Angeles haben wir einen kleinen, aber feinen Kader. Trotz fehlender Halle wollen wir keine Generation verlieren, den Aufschwung der sportlichen Erfolge mitnehmen und unsere Talente weiter fördern."

Johannes Staudinger, Projektleitung hello yellow: “Die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Bahnfahren sind zum zweiten Mal in unserem hello yellow Velodrom in Linz zu Gast gewesen. War letztes Jahr das Wetter wegen einzelner Regenschauer ein etwas unberechenbarer Faktor, so musste heuer mit den hohen sommerlichen Temperaturen gekämpft werden. Aber alle Wettkämpfe konnten wie geplant durchgezogen werden – und das, obwohl das Starterfeld um ein Drittel gegenüber dem letzten Jahr angewachsen ist. Die Plätze ganz oben am Podest teilten sich meistens die renommierten Fahrerinnen und Fahrer untereinander, doch gab es auch die eine oder andere Überraschung. So konnte Jonas Dornhofer aus Graz die Domäne der Routiniers durchbrechen und das Herren-Omnium für sich entscheiden. Darüber hinaus fuhr die elfjährige Heidi Schwarz, Teilnehmerin des Velodrom Linz Jugendtrainingsprogrammes, insgesamt fünf Siege und zwei zweite Plätze ein. Aus meiner Sicht alles fantastisch!”

Alle Ergebnisse finden Sie hier.
Alle Infos zur hello yellow Radarena finden Sie hier.

( )