Man riecht es sofort, wenn man die Werkstatt betritt. Diesen Duft nach altem Holz, nach Wein, nach Geschichte. Hunderte Weinfässer lagern hier in Debant bei Lienz – manche sind 150 Jahre alt. Helmut Pramstaller geht zwischen ihnen hindurch, die Hand auf einem Fass, als würde er eine alte Freundin begrüßen. Das ist nicht einfach eine Werkstatt. Vielmehr ist es ein Tempel für Möbel aus Weinfässern – für Material mit echtem Charakter.
Es ist eine ungewöhnliche Karriere: 1997 war dieser Mann Weltmeister im Boardercross, erhielt das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik – heute designt er Möbel aus Weinfässern. Doch wer ihn kennenlernt, versteht sofort: Der Ehrgeiz von damals ist geblieben. Die Arena hat sich jedoch geändert. „Als Sportler verfolgt man die Ziele des Erfolges mit viel Leidenschaft – und im Geschäft ist es nicht anders," sagt Pramstaller. Nur eben präziser. Darüber hinaus mit mehr Zeit. Vor allem mit mehr Liebe zum Detail.
Unterwegs auf der ganzen Welt
Die Brüder sind ständig unterwegs. Sie besuchen Europa, Japan, Sardinien, Saint Tropez – überall dort, wo sich alte Weinfässer verstecken. Sie gehen zu namhaften Weingütern, setzen sich hin, hören zu, welche Geschichte jedes einzelne Fass erzählt. Anschließend kaufen sie, wenn möglich, auch eine Flasche des Weins, der jahrelang in diesem Fass gereift ist. Das ist nicht Business. Das ist echte Leidenschaft für Möbel aus Weinfässern.
Dann kommen die Fässer nach Lienz. Folglich beginnt die echte Alchemie. „Das Holz wurde traditionell nach speziellen Mondphasen geschlagen und dann lange an der Luft getrocknet," erklärt Pramstaller mit funkelnden Augen. „Dieses Holz hat einen eigenen Charakter, ist einmalig. Das lässt sich heute mit moderner Technik einfach nicht reproduzieren." Man merkt schnell: Er meint das ernst.
Möbel aus Weinfässern: Vom Fass zur Kunstwerk
Was dann passiert, ist echte handwerkliche Magie. Pramstaller begleitet jedes Stück persönlich – vom Abbau bis zur Fertigstellung. Er optimiert jedes Furnier, jeden Beschlag, jeden Millimeter. Das Resultat: Möbel aus Weinfässern, die nicht einfach nur schön aussehen. Sie erzählen Geschichten.
Allerdings sitzt Helmut Pramstaller nicht auf seiner Vergangenheit. Über zwei Jahre hat er gearbeitet – an einem elektrischen Weinhumidor, gebaut mit einem Schiebetürbeschlag von Bortoluzzi. Dieses Gerät ist technisch wie optisch ein echtes Highlight. Dabei trifft es den Zeitgeist perfekt. Denn Wein kommt mehr und mehr ins Wohnzimmer. Zugleich benötigen Restaurants moderne Weinkeller. Insbesondere der Traum vom perfekten Weingenuss braucht konkrete Formen.
Die nächste verrückte Idee bei Möbeln aus Weinfässern ist bereits in Arbeit: Sein Sohn Tobias baut an einem Weinschrank, der im Boden versenkt wird – unscheinbar, elegant und geheimnisvoll zugleich.
Innovation trifft Tradition bei Möbeln aus Weinfässern
Jedes Diogenes-Möbelstück aus Weinfässern kommt mit einem Zertifikat. Dieses enthält ein echtes Stück Weinstein aus dem Original-Fass. Der Besitzer kann folglich die komplette Geschichte nachvollziehen – wo das Fass herkommt, wie alt es ist, welcher Wein darin gereift ist. Das ist nicht einfach ein Möbelstück. Vielmehr ist es eine Zeitmaschine.
Die Kunden? Wellnesshotels, Restaurants, aber vor allem echte Weinliebhaber. Mittlerweile entstehen Möbel aus Weinfässern weltweit: Japan, Italien, Norwegen, Schweiz, Deutschland – überall wachsen Diogenes-Objekte. Daher warten in Debant mehrere Millionen Liter Fassholz darauf, zu Kunstwerken zu werden.
Denn die Philosophie dahinter lautet: Möbel sollten wie guter Wein sein – mit Charakter, mit einer Geschichte und mit dem Anspruch, dass jedes Stück einmalig ist. Das ist das Geheimnis hinter Möbeln aus Weinfässern. Das macht sie wertvoll. Das macht sie zeitlos.
