Holzbau Pichler ist kein gewöhnlicher Handwerksbetrieb. Fünfte Generation, 145 Jahre Erfahrung, Meistersiegel – die Fakten sprechen für sich. Daneben zeigen die Projekte noch mehr: Holzbogenträger mit 15 Meter Spannweite im Wellness-Resort Feuerberg, geometrisch raffinierte Akustikdecken, exklusive Schindeldeckungen auf historischen Schlössern. Das ist nicht einfach Handwerk – das ist Handwerk auf höchstem Niveau. Geschäftsführer Ing. Philip Pichler und sein Team arbeiten an Projekten, die Präzision und Planung bis ins Detail erfordern. Genau deshalb brauchte der Betrieb eine Lagerverwaltung, die funktioniert – doch lange Zeit funktionierte sie nicht wirklich.
Bis Anfang 2026 lief vieles anders. Die Lagerverwaltung basierte auf handgeschriebenen Zetteln und zahlreichen Problemen. Geschäftsführer Philip Pichler beschreibt die Situation offen: „Vor Boostrack wurden die Waren auf handgeschriebene Vordrucke aufgeschrieben. Die verschiedenen Handschriften, unterschiedliche Ausfüllvarianten, Ziffernsturz, nicht lesbare Vermerke – das war das Problem. Durch das Nachfragen und Hinterfragen dieser Probleme wurden viele Stunden investiert. Danach musste alles händisch ins interne Programm erfasst werden. Das war auch sehr zeitintensiv. Wir brauchten etwas Modernes."
Die erste Information über Boostrack kam über eine Anzeige, danach folgten Details auf der Hausmesse Villach von Schachermayer. Im Gespräch mit Michael Kucher, Verkäufer im Außendienst bei Schachermayer, wurde schnell klar: Dieses System könnte funktionieren. Nach rund drei Monaten Implementierungsphase lief die Lagerverwaltung Boostrack Anfang 2026 live. Pichler fasst die Erfahrung zusammen: „Bis Boostrack gut funktionierte, dauerte es schätzungsweise drei Monate. Es war auch sehr zeitintensiv." Aber die Investition sollte sich lohnen.
Zwei Varianten für flexible Lagerverwaltung
Heute nutzen 15 Mitarbeiter bei Holzbau Pichler das Boostrack-System. Die Lagerverwaltung besteht aus einem Terminal Boost.Warehouse mit Handscanner, einem Zebra Scanner und der VirtualPlace für direkte Nachbestellungen. Der tägliche Ablauf funktioniert auf zwei Varianten.
Variante eins: Der Mitarbeiter kommissioniert die Ware, fährt mit dieser zur Boostrack-Station, meldet sich an, gibt die Kommission ein und scannt die Ware. Variante zwei: Der Mitarbeiter meldet sich an, geht mit dem Scanner zur Ware und scannt während des Kommissioniervorgangs direkt. Beide Wege funktionieren – je nach Situation vor Ort entscheiden die Mitarbeiter, welche Variante sinnvoller ist.
Was besonders praktisch ist: Rückkehrende Ware wird per Zebra Scanner wieder auf den Lagerplatz gebucht und von der Baustelle abgebucht – automatisch, ohne Papierkram. Dadurch entfällt die alte Zettelwirtschaft vollständig.
800 Artikel, zentrale Verwaltung
Aktuell sind rund 800 Artikel im Boostrack-System hinterlegt. Das System arbeitet rund um die Uhr, Nachbestellungen erfolgen automatisch, wenn Mindestbestände unterschritten werden. Die VirtualPlace-Funktion zeigt sofort an, wenn etwas zu Neige geht. Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber für einen Betrieb wie Holzbau Pichler essentiell.
Pichler unterstreicht die praktische Relevanz seiner Lagerverwaltung: „Nachbestellt wird automatisch, fast täglich. Es sind auch Artikel gelistet, die nicht von Schachermayer geliefert werden. Boostrack ist zur zentralen Materialdrehscheibe geworden – nicht nur für Schachermayer-Produkte." Das bedeutet: Die Lagerverwaltung funktioniert als Schaltzentrale für alle Materialflüsse im Betrieb.
Messbare Erfolge und Akzeptanz
Die Zahlen sprechen für sich: 40 bis 50 Prozent Zeitersparnis bei der Lagerverwaltung. Aber das ist nicht die gesamte Geschichte. Darüber hinaus kommt ein vereinfachter Bestellvorgang hinzu, die Übersicht des Lagerstandes in Echtzeit und die Nachkalkulation in Echtzeit. Das bedeutet konkret: Der Betrieb weiß jederzeit, wie viel Material wohin ging und zu welchen Kosten. Eine Information, die bei komplexen Projekten Gold wert ist.
Zu Anfang gab es natürlich Vorbehalte – „die Macht der Gewohnheit", wie Pichler trocken sagt. Aber diese lösten sich schnell auf. Heute nutzen alle Mitarbeiter das System und sind mit dem Ablauf zufrieden. Die Zettelwirtschaft vermisst niemand mehr. Für Holzbau Pichler ist die Lagerverwaltung Boostrack kein Marketing-Thema, sondern pure Arbeitserleichterung. Und das ist vielleicht das beste Kompliment, das ein System bekommen kann.
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