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Flugschule Langenlebarn: Lernen an der Spinner

Die künftigen Flugzeugtechniker lernen in Langenlebarn das CNC-Drehen auf einer Zweispindel-Universaldrehmaschine. © x-technik

#PRAXIS | Mitten in Langenlebarn, direkt am Fliegerhorst Brumowski, ist die Bundesfachschule für Flugtechnik stationiert. Hier werden Top-Fachkräfte ausgebildet. Seit diesem Jahr unter anderem auch an der Präzisions-Universaldrehmaschine Spinner TC300 und dem Performance-Bearbeitungszentrum Spinner VC850.

Der Zufall führte Regie und brachte Michael Nowotny, Fachlehrer für „Konventionell Drehen und Fräsen“ sowie „CNC-Technik“ an der Bundesfachschule für Flugtechnik, und Schachermayer zusammen: Denn eigentlich wäre man auf der Suche nach modernen CNC-Maschinen bereits fündig geworden, doch die Maschinen waren zu groß für die Unterrichtsräume in Langenlebarn. Bei der Maschinenmesse von Schachermayer in Linz war man dann zufällig auf die Maschinen von Spinner gestoßen, die bei gleicher Qualität deutlich kompaktere Maße aufweisen konnten. Denn die beiden Maschinen mussten in ein- und demselben Raum Platz finden. Zwischen den beiden Maschinen arbeiten die Flugtechnikschüler auf ihren Computerarbeitsplätzen und einem interaktiven Smartboard, das durch ein Visualisierungstool mit den CNC-Maschinen verbunden ist.

Flugzeugtechnikelite

Wer in der Bundesfachschule die vierjährige Schulausbildung erfolgreich absolviert, hat im Berufsleben große Chancen auf gute Jobs. Denn, so Direktorin Roswitha Bürgmayr: „Wir decken den gesamten Bereich, nämlich Flugzeuge und Hubschrauber, ab. Unsere Ausbildung würde bei externen Kursanbietern rund 220.000 Euro kosten. Ein Drittel der Schulzeit wird in der Werkstätte, in unserem eigenen Hangar und an eigenen Schulungsluftfahrzeugen (Hubschrauber und Flächenflugzeuge) gearbeitet. Der Rest ist Theorieunterricht.“

Wir bilden Jugendliche (ab 14 Jahren) aus ganz Österreich aus. Unser vorrangig erklärtes Berufsziel ist der nach EASA Regulativ international lizensierte Luftfahrzeugwart. Diese Luftfahrzeugwarte führen regelmäßige Wartungsarbeiten an Flugzeugen und Hubschraubern durch, um sicherzustellen, dass sie den strengen Sicherheitsstandards und Vorschriften der Luftfahrtbehörde entsprechen. Dies umfasst die Überprüfung von Flugzeugsystemen, Triebwerken, elektrischen Komponenten, Hydrauliksystemen und anderen wichtigen Teilen. Schwerpunkte der Ausbildung sind Wartung, Prüfung und Fertigung von Luftfahrzeugen (Flugzeugmechaniker), von Luftfahrtgeräten sowie von flugtechnischen Bodeneinrichtungen. Darüber hinaus erfolgt die Vermittlung von Kenntnissen in Theorie & Praxis, die auch eine Berufstätigkeit als Sachbearbeiter oder Konstrukteur ermöglichen, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Konstruktion und Fertigung oder in der Entwicklung.

In der Schulzeit durchlaufen die Schüler und Schülerinnen – rund zehn Prozent sind junge Frauen – eine komplette Maschinenbau-Aus- bildung: Hier ist alles mit dabei, von Holz-, Kunststoff- und Metall- bis zur Blechbearbeitung. Bis zum letzten Jahr lernten die Schüler auf 35 Jahre alten Maschinen, ehe man auf die Spinner-Modelle umsteigen konnte. Stehen in den ersten beiden Schuljahren noch konventionelles Drehen und Fräsen auf dem Lehrplan, bekommen die Schüler ab der dritten Klasse zusätzlich auch alle erforderlichen Grundkenntnisse auf den CNC-Maschinen beigebracht. Michael Nowotny, Fachlehrer an der BFS: „Unter anderem werden Einzelteile für Stern- und Luftmotormodelle programmiert und gefertigt.“

Eigene Software

Im Unterricht wird eine eigens von Siemens für die Bundesfachschule entworfene Software verwendet, um die Maschinen für den Unterricht kompatibel zu machen. So können beide Maschinen sowohl mit G-Codes programmiert werden als auch mit den Sinumerik-Funktionen ShopTurn und ShopMill. Direktorin Bürgmayr zeigte sich wie ihre Schüler begeistert von den neuen Maschinen: „Die neuen CNC-Dreh- und Fräsmaschinen bieten unzählige Vorteile und werden in vielen Betrieben verwendet. Unsere Schüler haben die Möglichkeit, sich mit dieser Technik vertraut zu machen und ihre eigenen Werkstücke anzufertigen. So sind sie fit für das Praktikum und den späteren Beruf.“

Mehr Informationen: Flugschule Langenlebarn

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