Die Ausgangslage war zunächst klar definiert: Eine große Garage mit fünf Stellplätzen sollte innen verkleidet und hochwertig gestaltet werden. Viel Licht war gewünscht, allerdings nicht irgendein Licht. Der Kunde hatte genaue Vorstellungen und suchte nach einer Lösung, die sich deutlich von bekannten Standardkonzepten abhebt. Inspiration lieferten moderne Garagen mit Wabenleuchten und futuristischen Lichtinstallationen. Doch statt etwas Vorhandenes nachzubauen, sollte etwas Eigenständiges entstehen. Genau dort begann die eigentliche Reise der kreativen Köpfe von Uebelhack.
Mehr als eine Verkleidung
Was auf den ersten Blick wie eine außergewöhnliche Innenverkleidung wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als durchdachtes Gesamtkonzept. Die bestehende Architektur der Garage, insbesondere die Linienführung durch Dach- und Seitenfenster, wurde bewusst aufgenommen und gestalterisch weitergeführt. Die Konstruktion entstand als Vorsatzschale aus Ständerwänden mit OSB-Feuchtraumplatten, um eine passende Hinterlüftung zu gewährleisten und eine langfristige Nutzung zu ermöglichen. Eine technisch anspruchsvolle Grundlage, die den späteren Lichteffekt überhaupt erst möglich machte. Auch funktionale Aspekte wurden berücksichtigt. Im hinteren Bereich der Garage befindet sich eine kleine Hebebühne, die den Werkstattcharakter des Raumes unterstreicht und gleichzeitig zeigt, dass die Garage trotz aller Inszenierung ein Nutzraum geblieben ist.
Der Tunnel beginnt
Der eigentliche Star des Projekts ist jedoch das Licht. Rund 160 Meter LED-Bänder wurden verbaut und ästhetisch integriert. Das Ergebnis erinnert an einen Lichttunnel, der sich durch den gesamten Raum zieht und eine futuristisch anmutende Atmosphäre erzeugt. Je nach Einstellung wirkt die Garage mal elegant und zurückhaltend, mal dynamisch und spektakulär.
„Science-Fiction“ fällt vielen Besuchern als erste Assoziation ein. Tatsächlich entsteht beim Betreten des Raumes das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen, ohne dabei seine Funktion einzubüßen. Entscheidend für die Wirkung ist dabei nicht allein die Menge der LEDs, sondern deren präzise Positionierung. Jede Lichtlinie wurde bewusst gesetzt, jede Perspektive mitgedacht. Das Licht führt den Blick durch den Raum und fungiert als aufregendes Gestaltungselement.
Wenn Licht intelligent wird
„Der spannende Wunsch des Kunden, sämtliche Lichtbereiche individuell per Smartphone steuern zu können, wurde zur eigentlichen Prüfung. Die Beleuchtung sollte nicht nur ein- und ausgeschaltet werden können. Gewünscht war vielmehr ein System, mit dem einzelne Bereiche separat angesteuert, gedimmt und unterschiedlich programmiert werden können. Zusätzlich sollte ein Tunneleffekt entstehen, bei dem sich Lichtsequenzen dynamisch durch den Raum bewegen. Die Suche nach der passenden technischen Lösung entwickelte sich schnell zu einer eigenen Herausforderung. Zahlreiche Systeme wurden von uns geprüft, Möglichkeiten verglichen und Konzepte verworfen, bevor wir schließlich die passende Smart-Home-Steuerung gefunden hatten“, berichtet Schreinermeister Niklas Uebelhack, der mittlerweile die vierte Generation im Unternehmen repräsentiert.
Das Herzstück der Anlage bildet heute eine zentrale Smart-Home-Box. Von dort aus wird die gesamte Technik verteilt und koordiniert. Jedes einzelne LED-Band kann unabhängig gesteuert werden. Dadurch sind unzählige Lichtszenarien möglich, die vom dezenten Arbeitslicht bis zur beeindruckenden Lichtinszenierung für besondere Momente reichen.
Drei Wochen Tüftelei
Solche Projekte entstehen nicht auf Knopfdruck. Drei Mitarbeiter beschäftigten sich über einen Zeitraum von rund drei Wochen intensiv mit Planung, Konstruktion, Programmierung und Montage. Immer wieder mussten Details angepasst, Lösungen getestet und Ideen weiterentwickelt werden. Gerade die Kombination aus klassischem Innenausbau, Lichtplanung und Smart-Home-Technik verlangte ein hohes Maß an Abstimmung.
Doch genau diese Mischung macht den Reiz des Projekts aus. „Es ging nie darum, ein Produkt von der Stange zu verbauen. Vielmehr wollten wir Schritt für Schritt eine individuelle Lösung umsetzen, die exakt auf die Vorstellungen des Kunden zugeschnitten wurde“, ergänzt Schreinermeister Uebelhack.
Handwerk trifft Zukunft
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich modernes Handwerk weiterentwickelt hat. Heute entstehen nicht mehr nur Möbel, Verkleidungen oder Innenausbauten. Gefragt sind Gesamtlösungen, die Gestaltung, Technik und Funktion miteinander verbinden. Für die Schreinerei Uebelhack war die Garage deshalb weit mehr als ein gewöhnlicher Auftrag. Sie wurde zu einer Spielwiese für kreative Ideen, technische Innovationen und handwerkliche Präzision. Das Ergebnis: ein Raum, der Aufmerksamkeit erzeugt, ohne laut zu wirken. Eine Garage, die Fahrzeuge in Szene setzt, aber gleichzeitig selbst zum Blickfang wird.
