Welche Herausforderungen prägen aktuell Ihren Bereich – und was bedeutet das für unsere Kunden?
Andreas Starzer: „Wir merken, dass unser Umfeld immer komplexer und volatiler wird. Neue EU-Verordnungen, nationale Gesetze oder andere regulatorische Vorgaben beeinflussen unseren Alltag immer stärker. Strafzölle können von heute auf morgen eingeführt werden, teilweise sogar rückwirkend. Dazu kommen geopolitische Entwicklungen. Wenn zum Beispiel wichtige Transportwege blockiert sind, verlängern sich Lieferzeiten teilweise um Monate. Gleichzeitig steigen die Transportkosten massiv. Unsere Aufgabe ist es, auf diese Entwicklungen rechtzeitig zu reagieren oder entgegenzuwirken, sodass wir für unsere Kunden ein verlässlicher Partner bleiben!.“
Peter Wolfinger: „Die wirtschaftliche Situation erholt sich leider nicht in dem Ausmaß, wie wir es uns erhofft haben. Umso wichtiger ist es jetzt, positiv und aktiv zu bleiben und den Service rund um unseren Kunden zu erhöhen. Um täglich der richtige Partner zu sein, setzen wir auf Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Transparenz. Da sich Märkte dynamisch entwickeln, Preise zunehmend vergleichbar werden und Entscheidungen schneller getroffen werden müssen, ist eine klare und offene Kommunikation im gesamten Unternehmen wichtig. Sie ermöglicht es uns, die Anliegen unserer Kunden effizient und bestmöglich abzuwickeln.“
Wilhelm Hofer: „Der Kunde muss im absoluten Mittelpunkt stehen. Wir möchten in unserem Bereich das Geschäftsmodell des Kunden verstehen, um ihn auch bestmöglich unterstützen zu können. Unsere Außendienstverkäufer agieren hier auch als Berater, um den Produktionsfluss der Holz- und Metallmaschinen zu verbessern und das Optimum für den Kunden zu erreichen.“
Welche Rolle spielt die Digitalisierung?
Andreas Starzer: „Wir setzen bei vielen Projekten bewusst auf Automatisierung und Digitalisierung. Ein Beispiel ist unser neues Hochregallager: Dort werden künftig schwere und sperrige Waren – etwa Türen und Zargen – automatisiert kommissioniert. Ein Roboter übernimmt diese körperlich anstrengende Arbeit. Die Paletten werden anschließend automatisch gewickelt, verpackt und adressiert. Damit entlasten wir unsere Mitarbeiter deutlich. In der Paketsortierung haben wir im letzten Jahr Optimierungsmaßnahmen vorgenommen, die einen großen Teil der Arbeit automatisch übernehmen. Rund 35 Prozent der Pakete müssen inzwischen nicht mehr manuell angegriffen werden. Früher mussten Mitarbeiter die Pakete von einer Rutsche nehmen und in die richtige Tour-Box legen. Heute rutschen sie automatisch in die passende Box oder in den richtigen Sack. Dadurch müssen aktuell 50.000 bis 60.000 Pakete pro Monat nicht mehr manuell sortiert werden.“
Peter Wolfinger: „Die Digitalisierung erleichtert unseren Arbeitsalltag bereits spürbar. Mit dem Einsatz von „Workist“ werden schriftliche Bestellungen seit Jänner automatisch in unsere Software übernommen und ins SAP übermittelt. Das spart Zeit, reduziert manuelle Tätigkeiten und ermöglicht es unserem Verkaufsteam, sich stärker auf Beratung, Service und aktiven Verkauf zu konzentrieren. Bereits über 50 Prozent der schriftlichen Standardbestellungen aus den Telefonverkäufen laufen automatisiert. Das ist für diese kurze Zeit ein sehr hoher Anteil, der uns auch nachhaltig spürbare Entlastung bringen wird.‘‘
Wilhelm Hofer: „Unsere internen Strukturen wurden in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und wir nutzen intensiv die neuen technischen Möglichkeiten. Die direkte Kommunikation ist die Basis für alles. Wichtig ist, nach vorne zu schauen, Ideen zu haben, wie wir unser Geschäft verteidigen und nachhaltig ausbauen. Wir lassen trotz der vielen Herausforderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Weltpolitik den Kopf nicht hängen. Ganz im Gegenteil: Wir holen uns das am Markt ab, was es für uns gibt.“
Welche Schwerpunkte und Entwicklungen stehen 2026 im Fokus?
Wilhelm Hofer: „Wir setzen den Schwerpunkt auf zwei Bereiche: Effiziente Druckluftlösungen, exakt abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf. Dazu auf Luftbefeuchtungs- und Luftreinigungssysteme für bessere Luftqualität, weniger Staub, angenehmeres Klima und zusätzliche Vorteile im Betrieb. Das sind genau die Themen, die Betriebe aktuell beschäftigen. Energieeffizienz, Präzision und Arbeitsumfeld – da setzen wir an. Und wir intensivieren unsere Wartungsvereinbarungen sowie Serviceleistungen inklusive Service-Hotline, Maschinenservice mit zertifizierten Technikern sowie fachlich top ausgebildeten Mitarbeitern im Innen- und Außendienst.“
Andreas Starzer: „Ein wichtiger Schritt ist der Ausbau unseres Eigenfuhrparks. In Linz haben wir bereits erfolgreich einen Test mit eigenen Paketbussen gestartet. Diese sollen künftig auch in Wien und Salzburg eingesetzt werden. Die Fahrzeuge sind mit Schachermayer-Mitarbeitern unterwegs und bringen kleinere Pakete direkt zu den Kunden. Damit erhöhen wir die Qualität und reduzieren gleichzeitig die Abhängigkeit von externen Paketdiensten. Unser Ziel ist, dass wir auch in einem immer komplexeren Umfeld leistungsfähig bleiben und unseren Kunden weiterhin die Qualität bieten, die sie von uns gewohnt sind. Zudem ist es für uns wichtig, unseren Onlineshop stetig zu verbessern. Gerade bei sensiblen Produkten bauen wir unsere Beschaffungsstrategie gezielt weiter aus. Durch einen klaren Fokus auf Multiple Sourcing diversifizieren wir unsere Lieferantenbasis, um Risiken zu minimieren und auch in einem zunehmend unsicheren Umfeld ein verlässlicher Partner für unsere Kunden zu bleiben. Zudem ist es für uns entscheidend, unseren Online-Shop kontinuierlich weiterzuentwickeln. So stellen wir sicher, dass unsere Kunden schnell die passenden Produkte finden und jederzeit Zugriff auf die relevanten Informationen haben.“
Peter Wolfinger: „Ein wichtiger zentraler Schwerpunkt liegt im Bereich der Beschaffungsdienstleistungen. In diesem Zusammenhang erweitern wir gezielt unsere Produktpalette im Bereich der RFID- und Automatentechnologie. Mit unserem neuem Angebot wollen wir nicht nur durch innovative Technologien überzeugen, sondern auch mit unserer Dienstleistung und der Lagerbestückung vor Ort neue Kunden gewinnen. Parallel dazu investieren wir in die Weiterentwicklung unserer Standorte. Im Beratungs- und Verkaufszentrum in Wien werden Büroräumlichkeiten modernisiert und in Innsbruck starten wir im Herbst mit dem Umbau des Schauraums. Darüber hinaus setzen wir verstärkt auf Veranstaltungen und Schulungsangebote: von Dichtstoff- und Dübeltechnik-Schulungen bis hin zu Security-Days rund um das Thema Gebäudesicherheit. Gleichzeitig forcieren wir unsere SCH-Plus-Beratungen für Endkunden. Seit Februar ist es möglich, diese Beratungen telefonisch und online anzumelden – ein weiterer Schritt in Richtung Serviceorientierung. Ein besonderes Highlight ist die Hausmesse in Wien am 12. November 2026, auf die wir uns nach drei Jahren Pause besonders freuen. Wir setzen auf unser Motto: schnell, kompetent, kundenorientiert – das sind unsere Erfolgskriterien, an denen wir tagtäglich arbeiten!“
(Autor: Sabine Burglechner, )