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Uniqum: Möbel auf Knopfdruck

© Uniqum

#PRAXIS | Ein Möbelstück muss nicht immer gesägt, geschraubt oder geklebt werden. Die Firma Uniqum aus Oberwang im Salzkammergut druckt 3D-Möbel aus Beton für den Innen- und Außenbereich einfach aus. Designed wird mit dem Kunden, gedruckt wird inhouse, geliefert werden die außergewöhnlich schweren Dekostücke auch schon mal mit dem Autokran.

Beton ist grau, kalt, ungemütlich. Alles Vorurteile, sagt Martin Staudinger, geschäftsführender Gesellschafter bei Uniqum: „Ich lade in diesen Fällen immer ein, unsere Möbel zu probieren. Durch die freie Formgebung sind unsere Möbel ergonomisch an den Körper angepasst und bieten so eine besonders angenehme Liege- oder Sitzposition. Für diese Ergonomie arbeiten wir mit Designexperten für Liege- und Sitzmöbel zusammen. Zusätzlich bieten wir den Einbau einer speziellen Heizung in die Betonelemente an. Besonders für Kunden, die auch an kalten Tagen die Gartenatmosphäre genießen wollen, ist das optimal. Sitzheizungen und beheizte Liegeflächen geben ein Gefühl, ähnlich einer warmen Badewanne.“ 

Bunte Betonwelt

Auch in Sachen Farbenvielfalt sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Über Farbpumpen werden verschiedene Betonfarben hinzugemischt. Zur Auswahl stehen die Grundfarben Schwarz, Grün, Rot, Gelb, Blau und viele weitere Mischfarben. Zudem entstehen durch die Variation in der Druckbahnaufbereitung gemusterte Oberflächen, die Einbindung von Logos ist möglich. Martin Staudinger: „Der 3D-Drucker oder Roboter fährt dann kleinere Schleifen und generiert so zum Beispiel ein Noppenmuster. In der Nachbehandlung können die Oberflächen auch sandgestrahlt oder ausgewaschen werden, sodass eine Körnung sichtbar wird.“ Verwendet wird ein speziell für den 3D-Betondruck produziertes Material: mit Zement in Grau oder Weiß, feinkörnigem Kantkorn und natürlichen Zuschlagstoffen. Uniqum spricht damit auch die Zielgruppe an, nämlich Architekten und Designer, „denn der 3D-Betondruck gibt ihnen eine unglaubliche Freiheit in der Objektgestaltung.“

Betonliege in zwei Stunden

Basis des neuen Möbelstücks ist ein CAD- Modell, das mit dem Kunden inhouse erstellt wird. Das Design liefert er selbst oder erarbeitet es mit dem Team von Uniqum. Gedruckt werden kann alles, was der Kunde möchte: vom Loungesessel über Tische, Pflanzgefäße oder Bars bis hin zu Sesseln oder Rezeptionstischen. Rund zwei Stunden benötigt der Roboterarm für einen Liegestuhl, weitere drei Tage für die Nachbearbeitung, dann muss der Beton trocknen. Martin Staudinger: „Unsere 3D-Drucke werden in unserem Druckraum gefertigt. Hier steht unser Druckroboter der Marke ABB, mit dem wir 3D-Drucke in der Größe eines Würfels mit der Seitenlänge von 1,50 m drucken können. Größere Objekte werden in der Regel geteilt produziert und im Werk oder am Aufstellungsort verbunden.“ Nach dem Druckvorgang wird eine Spezialbeschichtung aufgebracht, um das Objekt vor Verschmutzungen zu schützen. Nach 28 Tagen erreicht der 3D-Beton seine Endfestigkeit. Bereits nach 14 Tagen kann geliefert werden.

Spektakuläre Lieferung

Am sehenswertesten ist, neben dem 3D-Druck selbst, sicher die Montage beziehungsweise der Versand. Denn hier haben Logistikunternehmen meist keine Chance, je nach Größe und Gewicht müssen die 3D-Betonobjekte auch schon mal mit einem Autokran aufgestellt werden. Ein Liegesessel wiegt je nach Form zwischen 200 kg und 350 kg. Uniqum wurde 2018 gegründet, hat heute zehn Mitarbeiter und produziert vor allem für den Ladenbau und die Innenarchitektur sowie die Landschafts- bzw. Gartengestaltung. Das Unternehmen mit Sitz in Oberwang freut sich über stetig steigende Betonmengen. 

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