Tischlerei Kienpointner: hoch hinaus mit Maßarbeit

Beitrag veröffentlicht am: 16.03.2026 Kategorien: Alle News Praxis
Beim Kreuzjoch Panorama Restaurant im Stubaital war präzises Tischlerhandwerk unter anspruchsvollen alpinen Bedingungen gefragt. © Kienpointner GmbH

#PRAXIS | Auf 2.100 Metern Seehöhe entstand kein gewöhnliches Gastronomieprojekt. Beim Kreuzjoch Panorama Restaurant im Stubaital waren handwerkliche Präzision, alpine Erfahrung und logistische Kreativität gefragt. Die Experten des Familienunternehmens Tischlerei Kienpointner aus Waidring zeigten dabei eindrucksvoll, wie modernes Tischlerhandwerk auch unter Extrembedingungen überzeugt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1896 steht die Tischlerei Kienpointner in der 5. Generation für Qualität, Verlässlichkeit und die gelungene Verbindung von Tradition und Innovation. Was einst als kleine Handwerkstischlerei in Waidring begann, hat sich über Generationen hinweg zu einer modernen Großtischlerei entwickelt. Heute realisiert das Unternehmen mit rund 80 Mitarbeitern maßgeschneiderte Möbel, individuelle Inneneinrichtungen und komplexe Komplettlösungen für Wohn-, Gastronomie- und Objektbereiche – regional wie international. Gerade Projekte mit besonderen Rahmenbedingungen zählen dabei zu den Stärken des Unternehmens. „Wir bewegen uns oft außerhalb des klassischen Werkstattalltags“, erklärt Melanie Obermoser. „Unsere Erfahrung aus alpinen Projekten hilft uns, auch unter schwierigen Voraussetzungen Qualität und Termintreue sicherzustellen.“ Ein Projekt, das diese Kompetenz besonders deutlich zeigt, ist die Mitarbeit am Kreuzjoch Panorama Restaurant, geplant vom Architekturbüro DIE WOHNKULTUR, Kirchdorf.

Handwerk, das den Berg versteht

Im Skigebiet Schlick 2000 im Stubaital entstand direkt bei der Bergstation der Kreuzjochbahn ein Panorama Restaurant, das alpine Architektur mit moderner Gastronomie vereint. Die exponierte Lage auf 2.100 Metern Seehöhe war von Beginn an prägend für Planung und Umsetzung. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der den hohen Anforderungen des Gastronomiebetriebs standhält und gleichzeitig eine warme, einladende Atmosphäre bietet – mit Blick auf die umliegende Bergwelt. Die Tischlerei Kienpointner war für die komplette handwerkliche Umsetzung der Tischlerarbeiten verantwortlich. Der Projektzeitraum erstreckte sich von Juli 2024 bis Ende November 2024. In diesen fünf Monaten waren 53 Mitarbeiter des Betriebs am Projekt beteiligt. Insgesamt flossen über 10.000 Arbeitsstunden in Fertigung, Logistik und Montage. „Der Umfang war beachtlich – sowohl personell als auch organisatorisch“, sagt Melanie Obermoser. „Gerade bei einem Projekt in dieser Höhenlage ist eine saubere Abstimmung zwischen Werkstatt, Baustelle und Planungspartner entscheidend.“

Logistische Herausforderung

Die größte Herausforderung des Projekts lag zweifellos in der Erreichbarkeit der Baustelle. Der Transport von Material und Mitarbeitern auf 2.100 Meter erforderte eine exakte Planung und hohe Flexibilität. Je nach Bauphase und Witterung erfolgte die Anfahrt mit Allradfahrzeugen wie Pick-ups oder direkt über die Seilbahn. Besonders anspruchsvoll gestaltete sich der Materialtransport. Mit dem firmeneigenen LKW war ein direktes Auffahren zur Baustelle nicht möglich. Stattdessen musste der LKW-Anhänger mithilfe eines Traktors auf den Berg gezogen werden – ein logistischer Mehraufwand, der sinnbildlich für die außergewöhnlichen Bedingungen dieses Projekts steht.

„Solche Situationen verlangen Improvisationsfähigkeit und Vertrauen ins Team“, erklärt Obermoser. „Man kann nicht alles planen, aber man muss für alles vorbereitet sein. Unsere Mitarbeiter haben hier großartige Arbeit geleistet.“

Neben der Logistik stellten auch die alpinen Rahmenbedingungen hohe Anforderungen an das Handwerk. Wechselnde Wetterverhältnisse, eingeschränkte Zugänglichkeit und ein enger Zeitplan erforderten höchste Konzentration und Sorgfalt bei der Montage vor Ort. Gleichzeitig durfte die Qualität der Ausführung in keiner Phase des Projekts leiden. Hochwertige Materialien, präzise Verarbeitung und die enge Abstimmung mit dem Architekturbüro DIE WOHNKULTUR sorgten dafür, dass sich sämtliche Tischlerarbeiten nahtlos in das architektonische Gesamtkonzept einfügen. Robustheit und Langlebigkeit waren ebenso wichtig wie eine stimmige Gestaltung.

Ergebnis mit Weitblick

„Gerade im Gastronomiebereich ist die Belastung enorm“, so Melanie Obermoser. „Unser Anspruch war es, Lösungen zu schaffen, die funktional sind und gleichzeitig ein Gefühl von Wertigkeit und Behaglichkeit vermitteln. Das ist uns hier sehr gut gelungen.“

Das fertige Kreuzjoch Panorama Restaurant überzeugt durch seine klare Gestaltung, hochwertige Oberflächen und eine Atmosphäre, die Gäste zum Verweilen einlädt. Es ist ein Ort, an dem nicht nur die Aussicht begeistert, sondern auch die Qualität des Handwerks spürbar wird. Für die Tischlerei Kienpointner ist das Projekt ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig Teamarbeit, Erfahrung und Flexibilität sind. „Ob im Tal oder auf 2.100 Metern – unser Anspruch bleibt immer derselbe“, fasst Obermoser zusammen. „Wir bringen Tischlerhandwerk dorthin, wo es gefordert ist.“

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Tischlerei Kienpointner
 

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