Dort, wo man Beton riecht, der Stahl funkelt und Maschinen dröhnen, fühlt er sich zu Hause. Seit 37 Jahren ist er bei der Firma PORR, seit Jänner 2025 Polier auf der Großbaustelle SCH2024. Ein Mann, der mit seiner Erfahrung, seinem Humor und seiner Ruhe den Takt auf einer enorm komplexen Baustelle vorgibt.
„Das Ganze ist ein sehr großes Puzzle“, erzählt Leichtfried mit einem Lächeln, das mehr Gelassenheit als Müdigkeit verrät. Wer ihm zuhört, versteht schnell: Hier spricht keiner, der bloß beaufsichtigt – hier spricht einer, der lebt, was er tut und auch selber mitanpackt, wenn es sein muss. 30 Leute aus unterschiedlichsten Nationen zählt seine Mannschaft. Gemeinsam errichten sie, Wand um Wand, das Projekt SCH2024. Unzählige Sattelzüge bringen Beton, Eisen und Material in perfekter Taktung. „Die logistischen Herausforderungen sind sehr anspruchsvoll und fordernd“, erzählt der Polier. Nichts darf still stehen, nichts darf fehlen.
Präzise Planung ist alles
„Wir müssen zwei Monate im Voraus wissen, was wann gebraucht wird. Da muss alles passen und vorhanden sein, sonst steht die Baustelle.“ Improvisieren, flexibel bleiben und Lösungen finden, für Probleme, die spontan auftreten, das ist sein Alltag, den er mit Bravour meistert. Das Tempo ist in den letzten 20 Jahren viel schneller geworden. Baustellen müssen heute schneller und effizienter sein als je zuvor. Das erhöht den Druck und die Verantwortung. Trotzdem gilt für Gerhard Leichtfried: Sicherheit und Sauberkeit stehen an oberster Stelle. „Wenn was passiert, hat keiner was davon. Darum geht Sicherheit immer vor.“
Wichtigster Mann auf der Baustelle
Fragt man die Bauleitung, wer auf der Baustelle unverzichtbar ist, kommt die Antwort ohne Zögern: „Der Polier.“ Er ist das Bindeglied zwischen Planung und Praxis, zwischen Vision und Wirklichkeit. Jeder Tag ist anders, jeder Tag bringt neue Herausforderungen. „Man muss das mögen“, sagt Leichtfried. „Wenn man kein echtes Interesse an der Sache hat, dann ergibt das keinen Sinn.“ Ein Polier braucht nicht nur Fachwissen, sondern auch Fingerspitzengefühl, vor allem im Umgang mit Menschen.
Zwischen Beton und Verantwortung
„Jeder auf der Baustelle bekommt den gleichen Respekt“, betont er. „Egal, ob Hilfsarbeiter oder Bauleiter. Ohne die Leute geht gar nichts.“ Dabei merkt man schnell: Er meint, was er sagt. Und das meint er so, wie er’s sagt. Bei ihm herrscht keine Distanz, sondern Zusammenhalt. Vermutlich ist genau das der Grund, warum seine Mannschaft so gut funktioniert und das Projekt voraussichtlich sogar früher fertig wird als geplant. Leichtfried hat in fast vier Jahrzehnten unzählige Projekte verwirklicht – TechBase, Jägermayrhof und viele andere. „Früher war vieles mühsamer. Die Baustellen sind heute aber auch komplexer“, sagt er.
Schütze und Jäger
Den Ausgleich für die langen Tage und den stressigen Job findet Gerhard in der Natur als Jäger und beim Schützenverein als Obmann. Die Ruhe in der Natur sowie die Konzentration im Schützenverein entspannen mich ungemein“, erklärt Gerhard Leichtfried abschließend.
