Holzbau der Zukunft – mit Herz, Hirn und Haltung

Beitrag veröffentlicht am: 16.01.2026 Kategorien: Alle News Praxis
Die DREIHANS GmbH ist das Ergebnis der Fusion, dreier renommierter Mühlviertler Bauunternehmen. © DREIHANS

#PRAXIS | Die DREIHANS GmbH ist das Ergebnis der Fusion, dreier renommierter Mühlviertler Bauunternehmen. Hehenberger Bau, Kumpfmüller Bau und die Brüder Resch haben ihre Ressourcen vereint und fokussieren sich seither gemeinsam auf Innovation und Nachhaltigkeit. Der eingängige Firmenname DREIHANS entstand dabei nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, aus dreimal dem Vornamen "Hans", sondern dem Mühlviertler-Dialekt-Ausdruck "Drei hans", also: "Drei sind es." Ein Projekt mit Charme und Haltung.

Wenn in Hagenberg gebaut wird, schaut man genau hin. Denn hier, mitten im Mühlviertler Silicon Valley, entstehen Projekte, die Tempo, Technik und Anspruch vereinen. Im Rahmen des Hagenberger Wohnprojekts "Conest" wurden zwei neue, innovative Studentenheime namens "Hive" von DREIHANS umgesetzt – ein innovativer Holz-Hybridbau für studentisches Wohnen, der in beeindruckender Rekordzeit realisiert wurde. Vom Spatenstich bis Schlüsselübergabe vergingen gerade einmal acht Monate. Ein Zeitraum, der an Science-Fiction grenzt und doch real ist. Dahinter steht ein Zusammenspiel aus digitaler Präzision, moderner Holzbauweise und perfekter logistischer Taktung. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt von ALPHATEKTUR, als Totalunternehmer, einer Schwesterfirma von DREIHANS, die das studentische Wohnen in Hagenberg neu denkt.

Ganzheitliche Planung

Wer die beiden Studentenheime "Hive" in Hagenberg betritt, spürt sofort den Charakter, der den Bau prägt: jung, offen, klar strukturiert – ein Ort, der Gemeinschaft und Konzentration miteinander verbindet. Die Architektur schafft eine Balance zwischen Funktion und Atmosphäre: moderne Fassaden, helle Innenräume, viel Holz und großzügige Aufenthaltsbereiche, die das studentische Leben fördern. Das Projekt setzt auf eine Hybridbauweise, die alle Vorteile des Holzbaus intelligent mit stabilen Betonbauteilen kombiniert. Das Ergebnis: ein ökologisch wertvolles, hochbelastbares und zugleich äußerst effizientes System. Vor allem aber ein System, das Geschwindigkeit ermöglicht – ohne Qualität zu verlieren. „Wir wollten ein Gebäude, das nicht nur schnell entsteht, sondern auch lange wirkt und bleibt. Nachhaltig, funktional und modern. Ein Zuhause für die Studierenden, das mit ihrer Lebensrealität zusammenpasst“, erklärt DREIHANS Marketingleiter Gregor Schneitler.

Holz-Hybridbau: spürbare Effizienz

Das Herzstück der Gebäude bildet eine Holz- Hybridkonstruktion, die ökologisches Denken mit ingenieurtechnischer Raffinesse verbindet. Die tragende Struktur besteht aus Brettsperrholz- Innenwänden, Holzrahmen-Außenwänden und innovativen Holz-Beton-Verbunddecken (HBV) – eine Eigenentwicklung von DREIHANS, die hier eingesetzt wurde. „Unsere HBV-Deckenelemente kombinieren die Druckfestigkeit des Betons mit der Zugfestigkeit und Nachhaltigkeit des Holzes“, erklärt Schneitler. „Das Ergebnis ist ein leichtes, aber hochtragfähiges System mit deutlich reduziertem Materialeinsatz“, erklärt Schneitler. Diese Verbunddecken bestehen aus einer Holzplatte, die mit einer dünnen Betonschicht kraftschlüssig verbunden wird.

Dadurch können größere Spannweiten realisiert und gleichzeitig der Beton- und Stahlverbrauch deutlich reduziert werden. Das ist nicht nur ressourcenschonend, sondern verbessert auch das Raumklima – denn Holz speichert CO2 und reguliert Feuchtigkeit auf natürliche Weise. 

Regionale Materialien & kurze Wege

DREIHANS setzt bei allen Projekten auf zertifiziertes Holz aus regionaler Forstwirtschaft. „Das Holz stammt überwiegend aus der näheren Umgebung. Kurze Transportwege, weniger Emissionen und eine hohe Materialqualität sind für uns die entscheidenden Kriterien“, betont Schneitler. In der eigenen Produktionsstätte fertigt das DREIHANS-Team die Bauelemente vor – millimetergenau und witterungsunabhängig. Auf der Baustelle selbst werden die Module dann just-in-time montiert. Dieses logistische Meisterwerk spart Zeit und minimiert Abfälle. Der Schlüssel zur rasanten Bauzeit lag in der hochpräzisen Vorfertigung der Holzelemente. Was im Schulbau oder im urbanen Wohnbau bereits erprobt wurde, zeigt in Hagenberg seine volle Stärke. Die modulare Planung erleichterte auch alle Schnittstellen – von Haustechnik über Brandschutz bis zu den Fassadenelementen. Digitale Planungsmethoden (BIM) halten dabei alles im Takt und minimieren Fehlerquellen. „Die Vorfertigung ist für uns ein zentraler Hebel. Sie ermöglicht nicht nur eine hohe Präzision, sondern auch eine saubere, schnelle und sichere Bauweise. Speziell bei komplexen Projekten wie diesem ist das entscheidend." So viel Ingenieurskunst wäre wertlos, wenn das Ergebnis nicht auch durch seine Atmosphäre überzeugt. Das Wohnprojekt "Hive" erfüllt dies mit Bravour. Es ist hell, ruhig und offen – Räume, die Konzentration und Gemeinschaft fördern. „Die sichtbaren Holzoberflächen schaffen eine natürliche, warme Atmosphäre. Das Material wirkt unmittelbar auf das Wohlbefinden. Die freundliche Atmosphäre wird unterstützt durch kontrollierte Lichtführung, schalloptimierte Oberflächen und nachhaltig reguliertes Raumklima. Was herauskommt, ist ein Wohngefühl, das weit über das klassische Studentenheim hinausgeht – ein „Zuhause auf Zeit“ mit echter Aufenthaltsqualität.

Nachhaltigkeit als Prozess

Akustisch wurde der Holzbau durch Holzpaneele und schallabsorbierende Deckenlösungen optimiert, extra für die spezifischen Anforderungen entwickelt. Das Ergebnis sind Räume, die leise, hell und freundlich wirken. Hier spürt man, dass Nachhaltigkeit auch Lebensqualität bedeutet. DREIHANS denkt das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich. Von der Materialauswahl über den Bauprozess bis zur Entsorgung. Beim Projekt "Hive" in Hagenberg wurde dementsprechend auf sortenreine Trennung von Baustellenabfällen, Wiederverwertung von Verschnittmaterial und optimierte Lieferketten geachtet. „Nachhaltigkeit ist kein nerviges Zusatzkapitel in unserem Bauablauf, sondern Teil unserer DNA. Wir planen Recyclingprozesse von Anfang an mit“, erklärt Gregor Schneitler. Besonders stolz ist DREIHANS dabei auf die Rückbaubarkeit der Holz-Beton-Verbunddecken – sie können am Ende ihrer Lebensdauer getrennt und recycelt werden. Ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, der über gängige Standards hinausgeht.

Herausforderungen & Erkenntnisse

Ein großes Projekt wie dieses bringt immer technische und organisatorische Herausforderungen mit sich. „Gerade bei Hybridbauweisen muss jedes Detail stimmen – vom Betonierprozess bis zur Befestigung der Fassadenelemente. Frühzeitige digitale Planung, klare Kommunikation und hohe Vorfertigungstiefe waren hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Diese Erkenntnisse fließen bereits in unsere nächsten Projekte ein“, erklärt Schneitler. Für DREIHANS ist das Studentenheimprojekt nicht nur ein abgeschlossenes Projekt, sondern ein erster Baustein einer größeren Entwicklung. „Wir sehen die Zukunft des Bauens in der Verbindung von nachhaltigen Materialien mit modularer Vorfertigung und digitaler Steuerung. Unser Ziel ist es, die Vorteile des Holzbaus mit den Anforderungen moderner Großprojekte zu verbinden“, erklärt der Marketingleiter. Der Fokus liegt dabei auf der Weiterentwicklung der HBV-Systeme, dem Ausbau der BIM-basierten Prozesssteuerung und neuen Formen der Hybridbauweise, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugen.

Mehr Informationen finden Sie unter: 

www.dreihans.at

www.alphatektur.at

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