Was auf den ersten Blick wie ein Spielgerät wirkt, ist bei genauerem Hinsehen ein echtes Stück Metallbau-Handwerk – durchdacht, robust und mit viel Liebe zum Detail gebaut.
Vom Patenkind zum Prototyp
In der Werkstatt von Metallbau Spitzenberger in St. Florian am Inn wird normalerweise an Geländern, Sonderkonstruktionen und hochwertigen Metalllösungen gearbeitet. Als wir vor Ort sind, fällt der Blick allerdings sofort auf etwas anderes: einen Kinderbagger aus Edelstahl. Massiv, sauber verarbeitet, mit einem Sitz aus Eiche – und ganz offensichtlich kein Spielzeug von der Stange.
Der BAGGA ist ein Projekt, das aus einer privaten Idee entstanden ist und aktuell von Metallbau Spitzenberger unter dem Namen HEFA BAGGA serienreif produziert wird. Und er zeigt ziemlich gut, wofür deren Werte stehen: Qualität, Eigeninitiative und der Anspruch, das Beste aus einem Produkt zu kreieren.
„Meine Frau wollte für ihr Patenkind einen Sandkastenbagger kaufen“, erzählt Fabian Heger, der das Projekt federführend umgesetzt hat. „Ich habe lange gesucht, aber nichts gefunden, das mich wirklich überzeugt hat. Entweder war es optisch nicht stimmig oder ich hatte Zweifel an der Haltbarkeit.“ Also machte er das, was er täglich im Betrieb macht: selbst konstruieren. Der erste Prototyp entstand mit einfachen Mitteln – Edelstahlkonstruktion, alte Wanderstöcke als Griffe, ein ausgedienter Bürosessel als Standfuß. Improvisiert, aber funktional. Die Reaktionen im Bekanntenkreis waren eindeutig. „Die Begeisterung war groß. Da war schnell klar: Das hat Potenzial.“
Gemeinsam mit seinem Chef und Freund Fabian Spitzenberger wurde die Idee weiter-entwickelt – mit dem Ziel, ein Produkt zu schaffen, das langlebig und sicher ist und optisch überzeugt.
Viele Tests und Anpassungen
Was von außen nach einem fertigen Spielgerät aussieht, war in Wahrheit ein langer Prozess. „Die Idee ist vielleicht ein kleiner Teil“, sagt Heger. „Der größere Aufwand steckt in der Umsetzung, Konstruktion, Belastungstests, Anpassungen – das nimmt eine Menge Zeit in Anspruch.“ Kinder – darunter die eigenen Söhne von Fabian Spitzenberger und das Patenkind – halfen dabei, Kraftverhältnisse und Proportionen richtig abzustimmen. Auch Besucher der Werkstatt wurden kurzerhand zu Testern. „Vertreter und Kunden mussten teilweise selbst probieren“, sagt Heger lachend.
Heute besteht der BAGGA aus einer pulverbeschichteten Edelstahlkonstruktion, einem gebürsteten Eichensitz, strukturierten Gummigriffen und einem wasserdichten Scheinwerfer. Eine Gasdruckfeder unterstützt die Bewegung, der Sitz ist höhenverstellbar. Alles wirkt solide – kein Vergleich zu vielen herkömmlichen Modellen.
Handschlagsqualität
Gefertigt wird der BAGGA in mehreren Schritten. Laser- und Kantteile werden vorbereitet, in der Werkstatt verschweißt und weiterverarbeitet, anschließend beschichtet und montiert. Der CNC-gefräste Eichensitz wird angepasst, alles verschraubt und versandfertig gemacht. „Wir wollten von Anfang an ein Produkt, das unsere Werte widerspiegelt“, sagt Heger. „Wenn unser Name draufsteht, muss es begeistern.“
Derzeit stehen die Bagger vor allem im privaten Bereich. Doch die nächsten Schritte sind bereits geplant. Öffentliche Spielplätze, Hotels oder Freizeitanlagen sind mögliche Einsatzorte. Und auch Zubehör ist in Überlegung. „Ideen gibt es genug“, meint Heger. „Wir haben aktuell vier Farben im Programm, aber da ist sicher noch Luft nach oben.“
Der BAGGA ist mehr als ein Nebenprojekt bei Metallbau Spitzenberger. Er zeigt, was entstehen kann, wenn handwerkliches Know-how, technisches Verständnis und persönliche Motivation zusammenkommen. Und er beweist, dass Innovation manchmal ganz klein beginnt – im Sandkasten.
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