In Zeiten des steigenden Online-Handels leistet sich Schachermayer in Österreich weiterhin acht Niederlassungen. Warum ist das trotz e-Commerce immer noch so wichtig für das Unternehmen?
Martin Schopper: „Auch wenn der Online-Handel immer stärker wächst und andere Mitbewerber ihre Standorte schließen, setzen wir weiterhin auf Regionalität. Das ist uns wichtig und wir wollen nahe bei den Kunden bleiben. Viele nutzen weiterhin unsere Standorte, um sich persönlich beraten zu lassen. Der persönliche Kontakt spielt dabei eine wesentliche Rolle. Je mehr Prozesse automatisiert werden, desto wichtiger wird der direkte Austausch von Mensch zu Mensch, davon bin ich überzeugt. Vor Ort können wir die Bedürfnisse unserer Kunden besser verstehen, gezielt auf ihre Anliegen eingehen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Viele Außendienst-Kollegen treffen sich mit ihren Kunden in den Beratungs- und Verkaufszentren. Hier können sie Schachermayer für ihre Kunden erlebbar machen, sprechen über spezielle Dienstleistungen und sie lernen auch die Ansprechpartner im Innendienst kennen.“
Was schätzen unsere Kunden an den Beratungs- und Verkaufszentren?
Martin Schopper: „Vor allem die persönliche Betreuung und die hohe Kompetenz, die sie dort vorfinden. In den acht Standorten in ganz Österreich stehen Fachleute bereit, die sich Zeit nehmen, zuhören und genau verstehen, welche Anforderungen ein Projekt mit sich bringt. Unsere Mitarbeiter werden laufend geschult und kennen die neuesten Produkte, technischen Entwicklungen und Trends. Eine wichtige Rolle spielen auch die modernen und regelmäßig aktualisierten Ausstellungen. Viele Produkte wie Türen, Böden, Beschläge oder Geräte wirken in der Realität ganz anders als auf einem Bildschirm. Diese muss man sehen und angreifen können. Farben, Oberflächen und Materialien wirken live oft ganz anders als online. In unseren Schauräumen entsteht deshalb ein echtes Produkterlebnis, das zu einer besseren und bewussteren Entscheidung führt. Besonders geschätzt wird zudem die SCH Plus Beratung. Sie bietet sowohl dem Professionisten als auch seinem Endkunden einen großen Mehrwert. Viele Betriebe haben keinen eigenen Schauraum oder möchten die hohen Kosten dafür nicht tragen. Gleichzeitig wird auch der Bauchladen für unsere Kunden immer größer, so dass man nicht in jedem Bereich Experte sein kann. Genau hier unterstützen wir: Der Professionist meldet seinen Endkunden einfach an und wir übernehmen die Beratung im Schauraum, während der Verkauf weiterhin über ihn läuft. Die sehr hohe Abschlussquote zeigt, wie gut dieses Modell funktioniert. Ein weiterer Punkt, der unsere Beratungs- und Verkaufszentren besonders macht, ist die Hilfe bei komplexen Aufgaben. Manche technischen Fragen lassen sich nicht am Telefon lösen. In solchen Fällen kommen Kunden gerne zu uns und besprechen das Thema persönlich mit unseren Spezialisten – oft ganz unkompliziert bei einer Tasse Kaffee.“
Wie muss man weiter denken, um für den Kunden attraktiv zu bleiben?
Martin Schopper: „Konsequent aus der Sicht des Kunden denken! Die Erwartungen verändern sich, viele Abläufe werden digitaler – gleichzeitig wächst der Wunsch nach persönlicher, kompetenter Beratung. Genau hier liegt die Chance. In Zukunft wird es immer wichtiger sein, digitale und persönliche Services sinnvoll miteinander zu verbinden. Kunden möchten sich online informieren, Termine reservieren oder Produkte vorab auswählen – und dann im Schauraum eine Beratung erleben, die tiefer geht als alles, was digital möglich ist. Auch die Ausstellungen müssen sich laufend weiterentwickeln. Kunden erwarten inspirierende Räume, aktuelle Produkte, Sonderlösungen und anschauliche Beispiele, die Trends und technische Möglichkeiten zeigen. Je abwechslungsreicher und praxisnäher die Präsentation, desto wertvoller wird der Besuch.“
Zur Person
Mit seinen 49 Jahren bringt Martin Schopper viel Erfahrung aus Handel, Handwerk und Vertrieb mit. Nach seiner Tischlerlehre und Zeit als Tischlergeselle führte ihn sein beruflicher Weg zunächst zu Hellweg, wo er sich vom Verkäufer bis zum Geschäftsleiter weiterentwickelte. Im Mai 2006 wechselte er schließlich zu Schachermayer, zu Beginn in den Außendienst für den damaligen Betriebsbereich Baufertigteile, danach übernahm er die Verantwortung für Handels- und Montagebetriebe. Seit 2015 war Martin Schopper Verkaufsleiter Österreich, seit 2020 leitet er die Beratungs- und Verkaufszentren in ganz Österreich. An seiner aktuellen Tätigkeit schätzt er besonders die Abwechslung und die enge Zusammenarbeit mit vielen Bereichen im Unternehmen – vom Innen- und Außendienst über Einkauf und Logistik bis hin zur Personalabteilung. Was ihn an Schachermayer besonders überzeugt, ist das Arbeitsumfeld: „Hier zählt der Mensch, niemand ist nur eine Nummer.“ Diese Kultur lebt er auch selbst – mit offenen Türen für seine Mitarbeitenden und dem Vertrauen, jederzeit auf Unterstützung zählen zu können. Den Ausgleich zur Arbeit findet er privat: Gemeinsam mit seiner Familie hat er ein 200 Jahre altes Bauernhaus renoviert, rudert regelmäßig, praktiziert Yoga und genießt gutes Essen – am liebsten mit einem guten Glas Wein.
(Autor: Sabine Burglechner, )