Kulturgut Handwerk

Kulturgut Handwerk
Vor einiger Zeit wurde erstmals der Bereich Traditionelles Handwerk in Österreich im Zuge einer UNESCO-Studie ausführlich analysiert und dargestellt sowie durch konkrete Parameter definiert. Die Studie "Traditionelles Handwerk als immaterielles Kulturerbe und Wirtschaftsfaktor in Österreich" ist die erste Erhebung zum Status des traditionellen Handwerks in Österreich. Basierend auf qualitativ und quantitativ erhobenen Daten umfasst sie Definition und Analyse der Parameter des traditionellen Handwerks, seines Gefährdungsgrades und seiner kulturpolitischen und wirtschaftlichen Bedeutung in der Zukunft. Die Studie leistet einen essentiellen Beitrag für eine wertschätzende Wahrnehmung von traditionellem Handwerk als kulturelles Erbe und Wirtschaftsfaktor.

"Entscheidend für die Überlebensfähigkeit ist, ob und wie die Weitergabe des traditionellen Handwerkswissens von einer Generation auf die nächste Generation erfolgen kann." (Prof. Dr. Roman Sandgruber, Autor / Handwerksstudie)

Was wird eigentlich unter dem Begriff "traditionelles Handwerk" verstanden?

In der Studie wurden folgende, konkrete Parameter definiert:

1. Die Beziehungssäulen:
a) Die sachbezogene Beziehungsebene:
  • Hohe Rohstoffkompetenz bestimmt die persönliche Beziehung zu Lieferanten.
  • Beziehung zum Produkt prägt traditionelles Handwerk.
    b) Die personenbezogene Beziehungsebene:
  • Persönliche Kommunikation zwischen Handwerkern und Kunden prägt traditionelles Handwerk.
  • Beziehung zu Mitarbeitern zeichnet sich durch persönliche Nähe und Loyalität aus.

    2. Die Wertesäulen:
    a) Werte (bei) der Herstellung:
  • Leidenschaft
  • Kreativität
  • Lösungsorientiertheit und Funktionalität
    b) Die volkswirtschaftliche Bedeutung:
  • Verlässlichkeit
  • Kontinuität und historische Verwurzelung
  • Kleinstrukturiertheit
  • Regionalität und lokale Märkte
  • Nachhaltigkeit
  • kultureller Wert
  • wirtschaftlicher Wert

    Fundament und Kernkompetenzen
    Inseparabilität des traditionellen Handwerks von seinem/seiner TrägerIn als Könner bzw. als Meister.
    Ausübung profunder bzw. meisterlicher Wissens- und Erfahrungskompetenz.
    Ausrichtung auf Selbständigkeit und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmertum.
    Ausbildung und Weitergabe von Erfahrung und praktischer KönnerInnenschaft.



    Hier finden Sie die gesamte Studie zum Download.


    Fotos: SCH/M.Reichl, Fotolia/Smole, Pixabay/Free-Fotos

    06. März 2019 | nis | Facebook | Twitter