Weltmeisterlich

Weltmeisterlich
Bei Erich Schmied aus Rankweil ist der Name Programm. Der Metallbauer aus dem Ländle hat sich mit medizintechnischen Geräten und Sonderanfertigungen für Operationen einen Namen gemacht. Hochwertige Spezialgeräte aus modernsten Legierungen sind allerdings nur ein Teil seiner Kunst, die der umtriebige Vorarlberger auf unterschiedlichste Arten und Weisen zu nutzen weiß. Mit seinen revolutionären Bob - und Rodlschienen hat er im wahrsten Sinne die Welt im Sturm erobert.

Als sich der ehemalige Skirennläufer, Olympiasieger und Spitzensportbeauftragte Mario Reiter bei Erich Schmied meldete, war absolut noch nicht abzusehen, wohin die Reise geht und welche Abenteuer auf den gelernten Werkzeugmacher in Zukunft warten werden. Er wurde gebeten, sich das Material der Bobfahrer und Rodler anzusehen, da sich in den vorherigen
Jahren ein Zeitunterschied zur Weltspitze von bis zu drei Zehntel Sekunden aufgetan hat. Im Bob- und Rodlsport ist das eine halbe Ewigkeit. Gezielte Materialentwicklung sollte dabei Abhilfe schaffen und neue Möglichkeiten
kreieren. In Zusammenarbeit mit dem Vorarlberger Forschungszentrum
V-Research hat er sich der Sache nebenbei angenommen und versucht, hier
innovative Ansätze zu finden.

Forschung & Entwicklung
So startete Erich Schmied die Zusammenarbeit mit dem damaligen Bobpiloten Jürgen Loacker und entwickelte über 10 Jahre Material und Ausrüstung gemeinsam mit ihm. Sie machten sich Gedanken über Details, wie Gleitfähigkeit, Materialeigenschaften und die ideale Oberflächenstruktur. Mit völlig neuen
Ansätzen und Überlegungen stellte er sich der Herausforderung, den schier endlosen Rückstand von 2-3 Zehntel-Sekunden aufzuholen.Als im österreichischen Bobverband notwendige Investitionen nicht getätigt wurden, entschied sich Jürgen Loacker damals als Konditionstrainer ins Schweizer Skiteam zu wechseln. Mit diesem Wechsel wurde die Verbindung zum Schweizer Spitzensport besiegelt und die Entwicklungen wurden auch im Rodel- und Bobteam der Schweiz eingesetzt.

Herstellung
Der Rodl- und Bobsport ist eine ganz eigene Welt, in der sich keiner in die Karten blicken lässt. Alles wirkt nicht nur streng geheim, sondern wird auch von den Teams so gelebt und umgesetzt. Die Rodeln beziehungsweise die Schienen werden als das Allerheiligste am Abend ins Zimmer mitgenommen und dort sicher verwahrt. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass de facto keiner wusste, was die anderen Teams im Materialbereich entwickelten. Unter diesen Voraussetzungen startete Erich Schmied die unglaubliche Erfolgsgeschichte.
So begann eine kleine Gruppe von Spezialisten die Oberflächentechnik neu zu entwickeln. Disruptive Ansätze sollten den gesamten Sport revolutionieren. Als HTL-Professor in Rankweil arbeitete Erich Schmied mit einem ehemaligen Schüler, den es beruflich in die Luft- und Raumfahrttechnik, mit Schwerpunkt Materialtechnik, verschlagen hatte. Er erwies sich als großer Unterstützer und war in der komplexen Erforschung des Materials mit seiner Expertise ein wesentlicher Antrieb bei der erfolgreichen Entwicklung.

Lesen Sie die gesamte Geschichte im neuen Holz & Eisen: HIER

Mehr Informationen finden Sie hier: Schmied Mechatronik; Waldheim 5, 6830 Rankweil

Bilder: Erich Schmied / GEPA pictures / Mathias Mandl / Wassmuth / Diener/pixathlon

13. Juni 2019 | ap | Facebook | Twitter