Konstruktive Inspiration

Konstruktive Inspiration
Aus Platzmangel musste das Schulgebäude der Ferrarischule Innsbruck aufgestockt werden. Aufgrund begrenzter Tragreserven des Bestandes konnte die Aufstockung nur als Leichtbau ausgeführt werden. Trägerspannweiten von bis zu 10 m sowie integrierte Brückentragwerke mit bis zu 27 m waren notwendig, um den architektonischen Ansprüchen, als auch den statischen gerecht zu werden.

Am 16. Mai 2019 wurden die Gewinner des Österreichischen Stahlbaupreises ausgezeichnet. Unter insgesamt 19 eingereichten Projekten wurde ausgewählt. In der Kategorie Hochbau konnte sich das Dornbirner Unternehmen "gbd ZT" mit dem Projekt „Aufstockung der Ferrarischule Innsbruck (Huber und Theissl Architekten, Stahlbau Ambrosi)“, durchsetzen.

Konstruktive Herausforderungen
Die Eingriffe in die bestehende Struktur des im Betrieb befindlichen Schulgebäudes sollten minimiert und Synergien genutzt werden. Für das komplett zu entkernende Internatsgebäude, das direkt angeschlossen ist, wurde ein in Bodenebene liegendes Fachwerk entworfen. Die Horizontallasten der Aufstockung aus Wind und Erdbeben werden über die exzentrisch liegenden neuen Stahlbetonwänden in den Bestand geleitet. Die gesamte Struktur lagert schwimmend mittels Verformungsgleitlagern auf dem Baukörper der Schule. Schräge Wände und Schnitte in Kombination mit den großen Spannweiten waren einzig mit dem Baustoff Stahl wirtschaftlich lösbar.

Komplexe Lösungen
Das Projekt ist der Auszeichnung würdig, weil es sämtliche Vorteile des Baustoffes Stahl vereint. Der hohe Vorfertigungsgrad und damit eine schnelle Montage, Platzersparnis bei beengten Verhältnissen am Bau und die Umsetzbarkeit von architektonischen Wünschen was Formen, Winkel und Spannweiten betrifft. Durch die Leichtbauweise werden dem Bestand möglichst geringe Zusatzlasten zugemutet. "Mit der gelungenen Aufstockung, den Sanierungen im Bestand und des Internats können wir nun am Bildungscampus pädagogisch modern arbeiten und der großen SchülerInnennachfrage aus dem ganzen Land Rechnung tragen. Außerdem ermöglicht die Aufstockung weitere geplante innovative Bildungsangebote. Zudem entlohnt das aktuelle Ambiente die Schulgemeinschaft für die beschwerliche Zeit des Umbaus. Der Schulbetrieb lief nämlich parallel zu den Bauarbeiten", schildert Direktor Kurt Manfred Jordan.

Nachhaltige Effizienz
Auch in Hinblick auf die Energieeffizienz und technische Ausstattung wurde das Schul- und Internatsgebäudes auf den neuesten Stand gebracht. Während die thermische Sanierung der Fassade als auch der Tausch der Heizung für reduzierte Energiekosten sorgen, wurden sämtliche Elektroinstallationen und Oberflächen erneuert.

Weitere Infos finden Sie: HIER

Bilder: BIG; Günter Richard Wett

19. Juni 2019 | ap | Facebook | Twitter