Kunstwerk in der Flasche

Kunstwerk in der Flasche
Die wertvollen Schnitzereien von Johann Hengstberger aus den Jahren 1924 bis 1929 erinnern ein wenig an die Geschichte mit der Henne und dem Ei. Wer war zuerst da? Das Holzkunstwerk oder die Flasche rundherum? Sein Großneffe Gottfried Lechner von der Waldviertler Vollholztischlerei „richtig gut leben“, kennt die Antwort.

Ein Jahr benötigte der Bauernsohn pro Flasche, die in unglaublicher Detailverliebtheit einen Apfelbaum, ein Spinnrad, einen Zirkus, ein Bergwerk und ein Winzerhaus zeigen. Gottfried Lechner: „Die gesamte Schnitzerei, bestehend aus 500 Teilen pro Flasche, wurde zuerst außen zusammengebaut, dann wurden die Einzelstücke mit einer Art Stricknadel durch den Flaschenhals eingeführt und innen mit Schwalbenschwänzen oder Dübeln verbunden. Manche Teile sind nur wenige Millimeter groß.“

Die erlesenen Kunstwerke locken mitunter auch Prominenz nach Gföhl, wie etwa so manchen Landeshauptmann oder in den 70er Jahren den OPEC-Generalsekretär. Trotzdem sind sie unverkäuflich, Gottfried Lechner: „Ein amerikanischer Großindustrieller hat meinem Großonkel so viel Geld geboten, dass er sich ein ganzes Gut hätte kaufen können. Er hat abgelehnt.“

Heute verwendet die Waldviertler Tischlerei „richtig gut leben“ von Sohn Roman Lechner ausschließlich ökologische Materialien: gearbeitet wird unter anderem mit Zirbenholz aus Tiroler und Kärntner Wäldern, das ausschließlich mit Öl und Wachs behandelt wird. Zudem verzichtet die Tischlerei bei ihren Möbeln zur Gänze auf gesundheitsschädigende Spanplatten und synthetische Lacke.

Hier geht es zur Website der Waldviertler Vollholztischlerei „richtig gut leben“.

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Fotos: SCH/H.Winkler

04. Juni 2019 | Sab | Facebook | Twitter