Furnier neu gedacht

Furnier neu gedacht
Für Holz (Furnier)-Kunststoff-Verbindungen, die so genannte Furnier-Prepregs, bestehen viele praktische Anwendungsmöglichkeiten,wie beispielsweise im Automobilbereich. Sie sind kostengünstig und weisen neben guten spezifischen Materialeigenschaften eine hohe Recyclingfähigkeit auf.

Für die Herstellung der Furnier-Prepregs nutzen die Wissenschaftler thermoplastische Verfahren, da hierbei die Verarbeitungszeit sehr kurz ist. Von den Forschern verwendet werden dabei die regionalen Holzarten Rotbuche und Fichte. Der Fertigungsprozess gliedert sich in das Vortrocknen des Furniers bei ca. 80 Grad Celsius. Danach folgt das sogenannte Imprägnieren, also das Aufschmelzen einer thermoplastischen Matrix. Im weiteren Prozessverlauf wird das Furnier mit dieser Matrix benetzt. Anschließend wird das imprägnierte Furnier unter Druck bei Raumtemperatur abgekühlt bis es erstarrt. Der Kunststoff bildet eine Schicht in den äußeren Gefäßen des Furniers.

Vielseitige Anwendungen

Die Furnier-Verbundwerkstoffe finden auch praktische Anwendung, und zwar im elektrisch angetriebenen Leichtbau-Automobil "MERGE Up", einem Modell des Forschungsprojektes Chemnitz Car Concepts. In diesem Automobil werden sie für die Abdeckungen für ein funktionales Eingabesystem in der Pkw-Mittelkonsole sowie als Außenbauteile für die Seitentür eingesetzt. Während das Bauteil für die Seitentür durch Umformung des gepressten Furnier-Prepregs gefertigt wird, fügt sich die Furnierabdeckung der Mittelkonsole in ein neu entwickeltes Hybridlaminat. Per Tipp auf den Funktionsbereich der Mittelkonsole aus Furnier-Prepregs, statt wie üblich durch Drücken auf ein Schaltsystem oder auf Knöpfe, kann der Fahrer so einzelne elektronische Anwendungen im Fahrzeug steuern.

Großes Potenzial

Das MERGE-Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, dass das nachwachsende Naturmaterial Furnier noch viel Innovationspotential besitzt. Als Faserverstärkung im Verbund mit anderen Materialien bietet es viele neue zukunftsweisende Anwendungsmöglichkeiten.

Mehr Informationen finden Sie HIER und HIER

Foto: TU Chemnitz

14. Jänner 2019 | ap | Facebook | Twitter