Unternehmerische Verantwortung

Unternehmerische Verantwortung
Wenn wir vom Begriff Nachhaltigkeit sprechen, geht es um soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte des unternehmerischen Handelns. Also auch um eine Verantwortung, die das Familienunternehmen Schachermayer bewusst übernimmt – für ein erfolgreiches Weiterbestehen über Generationen. Geschäftsführer Gerd Schachermayer steht Rede und Antwort zum Thema.

Redaktion: Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie als Unternehmer?
Gerd Schachermayer: Für mich heißt es vor allem, vorausschauend zu denken und zu handeln. Unser Fokus liegt auf langfristigen Partnerschaften und einer stabilen Unternehmensentwicklung – nicht um jeden Preis, jetzt sofort, Geschäfte zu machen. Schachermayer ist seit beinahe 180 Jahren erfolgreich und wir schaffen genau jetzt die Grundlage für die nächsten 180 Jahre.

Redaktion: Vorausschauende Unternehmensentwicklung heißt für Sie konkret...?
Gerd Schachermayer: Beispielsweise können Neugründungen von Abteilungen, Standorten oder Firmen, die momentan vordergründig nur Kosten verursachen, langfristig gesehen die richtige strategische Weichenstellung sein.

Redaktion: Gibt es denn zur Zeit Expansionspläne in weitere Länder?
Gerd Schachermayer: Aktuell ist unser Ziel, die bestehenden Standorte zu festigen und dort das Angebot auszubauen. Auch das hat für mich etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, Entscheidungen nicht zu überstürzen. Der Spruch „Jetzt oder Nie“ ist nur selten wahr. In Wirklichkeit kommen die Möglichkeiten immer wieder.

Redaktion: Und abgesehen von der Standortentwicklung, in welche Zukunftsthemen investiert Schachermayer?
Gerd Schachermayer: Auf der einen Seite arbeiten wir kontinuierlich daran, unser Produktsortiment auszubauen und unseren Kunden ausgezeichnete Produktqualität zu liefern. Aber wir punkten auch mit einem stark wachsenden Dienstleistungsangebot und treiben den digitalen Handel voran. Und das ist es letztendlich: Überall dort, wo wir Leistungen erbringen und Wertschöpfung in der Wertschöpfungskette schaffen, sind wir weniger austauschbar. Das sichert eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Redaktion: Betrachten wir den sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit. Wie wichtig ist der Mensch im Unternehmen?
Gerd Schachermayer: Wir sind ein Familienunternehmen. Und in einer Familie steht der Mensch im Mittelpunkt. Das entspricht unserer Unternehmenskultur, die wir mit verschiedenen Maßnahmen fördern. Dazu gehören beispielsweise Kinderbetreuungsangebote in den Ferien, Betriebliches Eingliederungsmanagement nach langer Krankheit, individuelle Weiterbildungsangebote, Mitarbeiterfeste, Prämien etc. Besonders wichtig, langfristig betrachtet, ist unsere interne Lehrlingsausbildung. Die jungen Fachkräfte von heute sind die potentiellen Führungskräfte von morgen.

Redaktion: Und außerhalb der eigenen Mitarbeiterreihen?
Gerd Schachermayer: Mit unserer Stiftung helfen wir Kunden nach persönlichen Schicksalsschlägen, in einem unserer Gebäude sind Flüchtlingsfamilien untergebracht und eine Gruppe der Lebenshilfe ist bereits seit vielen Jahren bei uns beschäftigt und sehr gut integriert. Tatsächlich haben alle diese sozialen Projekte einen familiären Charakter.

Redaktion: Soziales Engagement scheint Ihnen sehr wichtig zu sein. Wie stehen Sie zu den ökologischen Gesichtspunkten?
Gerd Schachermayer: Als Handelsunternehmen haben wir branchenbedingt im ökologischen Bereich noch Luft nach oben. Stichworte: Verpackungsmaterialien und Versand per LKW. Wir arbeiten hier fortlaufend in verschiedenen Projekten daran, Verbesserungen zu erzielen. Beispielsweise, indem wir möglichst viele Ladungsträger wiederverwenden, Mehrwegverpackungen bauen oder Stromsparmaßnahmen umsetzen. Auch bei baulichen Investitionen berücksichtigen wir ökologische Faktoren. So haben wir unter anderem beim Modernisieren der Unternehmenszentrale in Linz auf Klimaanlagen verzichtet und eine Gebäudeteilkühlung mittels Grundwasser integriert. Der Umweltgedanke ist wichtig und wir leisten unseren Beitrag, auch wenn wir den umweltbezogenen Aspekt der Nachhaltigkeit nicht zu 100 % erfüllen. Als Unternehmer sehe ich das realistisch und wirtschaftlich. Vor allem da wir in den anderen Bereichen – und das tun wir aus meiner Sicht – sehr viel für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung leisten.

Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein ist Themenschwerpunkt in unserem Kundenmagazin Holz & Eisen, Ausgabe 3/2017. Zur Blätterversion gelangen Sie HIER.

20. September 2017 | tp | Facebook | Twitter