Wie ein Sandwich aus Stroh und Holz

Wie ein Sandwich aus Stroh und Holz
Architekturstudierende der TU Graz entwickelten als Musterprojekt die Gebäudeinnovation „Strohboid“. Die Holzgitterkonstruktion mit Strohballen, Lehm und Holzschindeln spart bei Material und Herstellungsenergie und wurde Ende September im Freilichtmuseum Stübing präsentiert.

„Eine leichte Holzgitterkonstruktion, darauf Strohballen, Lehm und Holzschindeln – fertig ist das Haus der Zukunft", erklärt Andreas Trummer vom Institut für Tragwerksentwurf der TU Graz das scheinbar simple Konzept des Gewölbebausystems „Strohboid“, das die Studenten Max Schade und Fritz Walter im Rahmen ihrer von Trummer betreuten Masterarbeit entwickelt haben.

Das Ziel der Masterarbeit war, ein Leichtbausystem auszutesten und dessen Potentiale aufzuzeigen. Nach intensiver Planungsphase ist der Prototyp „Strohboid“ entstanden.

Der Bau des Prototypen in Stübing wurde von einem Fotoblog begleitet:Zum Fotoblog

Leichtbau aus Holzstäben
Errichtet in Sandwichbauweise aus Holzlatten und Stroh, zeigt der Bau die Gebäudegeometrie einer Sattelfläche. Dabei laufen zwei Holzgitterschalen übereinander, der Zwischenraum ist mit Strohballen ausgefüllt. Damit das Holz die gewünschte Krümmung erreicht, kommt eine ausgeklügelte Bugholztechnik ins Spiel. Mittels Wasserdampf erhitzt und befeuchtet, wird Buchenholz weich und biegsam. Erkaltet bleibt es formstabil und belastungsfähig.

90 Prozent Energieeinsparung, null Schadstoffe
Die Ökobilanz des „Strohboid“ kann sich sehen lassen: Die Holzgitterkonstruktion spart verglichen mit einem herkömmlichen Bau aus Holzständern die Hälfte an Baumaterial und verbraucht bis zu 90 Prozent weniger Herstellungsenergie verglichen mit Massivbauweisen. Kein Wunder, dass es schon Interessenten gibt, die das derzeit noch offene „Strohboid“-Konzept durch Glasfassaden thermisch geschlossen für Bioappartements oder Ausstellungsräume nutzen wollen.

Bildquelle: TU Graz

12. Oktober 2016 | sigra | Facebook | Twitter