Die Geschichte des Klebens

Die Geschichte des Klebens
Als die ersten Frühmenschen sich daran machten, mit Holz und Steinen ihre Umwelt zu bearbeiten, wurde ein Kreativitätsprozess in Gang gesetzt. Mit der Entdeckung des Birkenpechs hatten Neandertaler und Homo sapiens einen genialen Werkstoff gefunden, dessen Evolution sich bis heute fortsetzt. Erste Nachweise für die Verwendung zeigen, dass schon vor 220.000 Jahren Birkenpech durch trockene Destillation aus Birkenrinde gewonnen und als Klebstoff zur Herstellung von Werkzeugen verwendet wurde.

So entwickelten sich weltweit über die Jahrtausende unterschiedlichste innovative Ansätze, um Materialien miteinander zu verbinden. Nachweislich verwendeten die Mesopotamier rund 4.000 v. Chr. Asphalt für ihre Tempelbauten. Rund 3.000 v. Chr. kochten die Sumerer aus Tierhäuten Glutinleim, der außerdem mit Blut und Eiweiß ergänzt wurde, um unterschiedlichste Dinge miteinander zu verbinden. Gegen 1.500 v. Chr. produzierten die Ägypter tierische Klebemittel für Furnierarbeiten. Auch Bienenwachs wurde mit Steinmehl vermischt und für die Produktion von Waffen oder Alltagsgegenständen verwendet. Griechen und Römer verwendeten natürlich ebenfalls schon unterschiedlichste Klebemittel und in Griechenland war der “Leimsieder“ bereits ein Beruf, der unterschiedlichste Leime für verschiedene Anwendungsgebiete herstellen konnte. Die als „Glutinum“ bezeichnete Mischung enthielt dabei unter anderem Eiweiß, Mehlkleister, gesäuertes Brot sowie Käse-Kalk-Mischungen.

Notwendige Entwicklung
Neue Entwicklungen hatten speziell am Beginn noch Kinderkrankheiten, die erst nach einer gewissen Zeit ersichtlich wurden. Im Fall der Leime der damaligen Zeit hatten Bakterien und Pilze nahezu ideale Bedingungen, sich zu entfalten. Somit stellten sich gewisse gesundheitliche Risiken ein, die man in den Griff bekommen musste. Lange Zeit gab es keine wirklichen Innovationen oder Entwicklungen unterschiedlicher Kleber und Leime. Das Spätmittelalter brachte die ersten eigenständigen Leimsiedereien hervor. Diese wurden mit dem Entstehen des Buchdrucks zu einer festen Größe. Die Anwendungsgebiete und klebewilligen Werkstoffe blieben für lange Zeit unverändert. Die Herstellung war eine eintönige Arbeit, die nicht sehr hoch angesehen war. So entwickelte sich auch das Schimpfwort „Leimsieder“ für Menschen, die als besonders stumpfsinnig galten. Die Industrialisierung brachte frischen Wind in den verschmähten Berufsstand, der sich speziell in der Teppich- und Möbelindustrie zeigte. Perfektionierte Herstellungen ermöglichten auch einfachen Menschen, sich mit den schönen und modernen Dingen der damaligen Zeit zu umgeben. So erfuhren Klebstoffe eine wesentliche Aufwertung und erfreuten sich großer Nachfrage.

Innovation & Revolution
Anfang des 20. Jahrhunderts setzten sich Chemiker, Physiker und Ingenieure mit den Wirkungen von Adhäsions- und Kohäsionskräften auseinander und erforschten den makromolekularen Aufbau der Klebstoffe. Die Forschung führte zu neuen Entwicklungen, die schließlich in den Kunstharzen die Ausgangsbasis für immer leistungsfähigere synthetische Klebstoffe fand. Die Bandbreite der erhältlichen Produkte bewegt sich von physikalisch abbindenden Klebstoffen über chemisch härtende Klebstoffe bis hin zu Haft, Kleb- oder Dispersionsklebstoffen, die allesamt
ihre sehr fachspezifischen Einsatzgebiete haben. Bei Schachermayer finden Sie Klebstoffe und
Montagekleber für unterschiedlichste Einsatzbereiche.

Hier finden Sie die Produkte in unserem Webkatalog.

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20. September 2019 | Sab | Facebook | Twitter